Wasserstoff-ETFs als Investition in die Zukunft?

Wasserstoff-ETFs als Investition in die Zukunft?

Erneuerbare Energien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Das Wasserstoff-Auto könnte ein Trend der Zukunft sein. Möchten Sie in Wasserstoff investieren, können Sie Wasserstoff-Aktien kaufen. Ein reiner Wasserstoff-ETF lässt gegenwärtig noch auf sich warten, doch gibt es bereits einen allgemeinen ETF auf erneuerbare Energien. Das Geschäft mit Wasserstoff bzw. Hydrogen ist noch sehr volatil.

Brennstoffzellen sind Geräte, die einen Brennstoff in elektrische Energie umwandeln, fast wie ein Miniaturkraftwerk. Statt Turbinen und Generatoren verwenden sie jedoch eine chemische Reaktion, um den Brennstoff in Strom mit geringen oder keinen Emissionen umzuwandeln. Brennstoffzellen wurden im Weltraumprogramm eingesetzt und sind die primäre Energiequelle für Wasserstoffautos. Sie werden auch als kleine, zuverlässige Generatoren eingesetzt. Es gibt einige Möglichkeiten, in diese Technologie und in ihr potenzielles zukünftiges Wachstum zu investieren.

In Wasserstoff investieren - diese Möglichkeiten gibt es

Erneuerbare Energien sind ein Trend der Zukunft und daher für Anleger interessant. Wasserstoff ist ein Energieträger, der aus Erdgas und Kohle, aber auch mit erneuerbarem Strom aus Wasser gewonnen werden kann. Eine Möglichkeit zur Wasserstoffgewinnung ist die Verwendung überschüssiger erneuerbarer Energie, die sonst nicht genutzt werden kann. Das Wasserstoff-Auto, das mit einer Brennstoffzelle fährt, ist bereits auf dem Markt. Die Technologie steckt noch in den Kinderschuhen. Möchten Sie Ihr Geld in Wasserstoff anlegen, können Sie das mit Wasserstoff-Aktien.

Der Markt ist noch recht überschaubar. Schauen Sie auf den Kursverlauf, werden Sie eine hohe Volatilität feststellen. Eine bessere Risikostreuung wäre mit einem Wasserstoff-ETF gewährleistet. Einen reinen Wasserstoff-ETF gibt es noch nicht. Es gibt jedoch verschiedene ETFs für erneuerbare Energien. Einer davon ist der Lyxor New Energy UCITS ETF, der in Frankreich aufgelegt wurde. Auch der iShares Global Clean Energy UCITS ETF ist ein ETF mit erneuerbaren Energien. Ein Wasserstoff-ETF könnte aufgelegt werden, wenn die Auswahl an Wasserstoff-Aktien größer wird.

Wertentwicklung Lyxor New Energy ETF seit 2016

Was Sie über Wasserstoff-Aktien wissen sollten

Die Anwendungsmöglichkeiten von Wasserstoff in der Industrie und im täglichen Leben sind breit gefächert. Das Wasserstoff-Auto ist nur eine dieser Möglichkeiten. Es wird jedoch noch eine Weile dauern, bis ein Wasserstoff-Auto auf breites Interesse bei den Käufern stößt. Ein Hydrogen ETF birgt also gewaltiges Potenzial.

Die direkteste Art, in Brennstoffzellen-Aktien zu investieren, ist der Kauf von Aktien eines Unternehmens, das sie herstellt. Sie können nicht nur in ein Brennstoffzellenunternehmen investieren, sondern auch wählen, welche Brennstoffzellentechnologie Sie durch den Kauf einer spezialisierten Organisation unterstützen möchten.

Unter den Wasserstoff-Aktien ist die Aktie des kanadischen Unternehmens Ballard Power Systems am bekanntesten. Das Unternehmen ist Weltmarktführer in der Brennstoffzellen-Herstellung und wurde vor ungefähr 40 Jahren gegründet. Im März 2000 lag der Kurs dieser Aktie bei 139 Euro. An diesen Kurs konnte die Aktie bislang noch nicht wieder anknüpfen. Zwischenzeitlich rutschte der Kurs sogar unter einen Euro. Gegenwärtig liegt der Kurs bei ungefähr 11 Euro.

Wasserstoff-Aktien sind auch von anderen Unternehmen verfügbar:

  • Nel ASA als norwegischer Wasserstoffproduzent, der bereits seit mehr als 100 Jahren besteht
  • Linde als deutscher Technologie- und Industriegaskonzern
  • Plug Power als Brennstoffzellen-Spezialist aus den USA, der eng mit Ballard Power zusammenarbeitet
  • Fuelcell Energy als Brennstoffzellen-Energieversorgungsunternehmen aus den USA
  • Powercell aus Schweden
  • Heliocentris als deutscher Anbieter von Energieversorgungslösungen
  • Hydrogenics als kanadischer Anbieter von Lösungen rund um Wasserstoff
  • Elringklinger als deutscher Automobilzulieferer, der auch beim Wasserstoff-Auto eine Rolle spielt
  • Air Liquide aus Frankreich als einer der Marktführer im Bereich Industriegase.

Sie sollten sich näher mit den Wasserstoff-Aktien beschäftigen, bevor sie investieren. Bei vielen dieser Wasserstoff-Aktienbesteht das Risiko eines Totalverlusts. Ein Beispiel dafür ist die Aktie von Fuelcell Energie. Sie hatte 2019 noch einen Höchststand von 600 Dollar, doch gegenwärtig liegt der Kurs unter einem Dollar. Das deutsche Unternehmen Heliocentris befindet sich gegenwärtig aufgrund eines Insolvenzverfahrens in der Auflösung. Die Aktien sind jedoch noch weiterhin handelbar. Die Wasserstoff-Aktien sind ein allgemein risikoreiches Investment.

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Die Investition in einen Wasserstoff-ETF

Eine weitere Möglichkeit, in Brennstoffzellen zu investieren und Ihr Engagement zu erweitern, besteht darin, sich nach Fonds umzusehen, die in alternative und saubere Energien investieren. Diese Fonds decken ein breites Portfolio von Technologien ab. Sie besitzen nicht nur Hersteller von Brennstoffzellen, sondern investieren auch in Unternehmen, die Wind- und Sonnenenergie oder andere alternative Energieformen nutzen. Zu diesen ETFs können auch Unternehmen gehören, die grüne Produkte mit diesen Technologien herstellen.

Ein Wasserstoff-ETF wäre eine Alternative zu Wasserstoff-Aktien und wäre für Anleger geeignet, die nicht alles auf eine Karte setzen wollen. Ein reiner Wasserstoff-ETF ist noch nicht verfügbar, doch gibt es bereits ETFs, die auch Wasserstoff-Aktienenthalten. Solche ETFs sind

  • Lyxor New Energy UCITS ETF als ausschüttender ETF mit halbjährlicher Ausschüttung, der im Oktober 2007 aufgelegt wurde und sparplanfähig ist
  • iShares Global Clean Energy UCITS ETF als ausschüttender ETF mit halbjährlicher Ausschüttung, der seit Juli 2007 existiert, sparplanfähig
  • Der JSS Multi Label SICAV - New Energy Fund war ein ETF auf erneuerbare Energien, der jedoch seit August 2019 nicht mehr vertrieben wird. Gründe dafür sind die hohen Kosten und die mangelnde Wirtschaftlichkeit.
  • Der DNB Fund Renewable Energy ist kein ETF, sondern ein aktiv gemanagter Fonds. Er ist daher mit höheren Kosten verbunden als ein ETF. Der Fokus liegt beim DNB Fund Renewable Energy weniger stark auf erneuerbaren Energien. Wasserstoff ist indirekt vertreten, da er mit Ökostrom gewonnen wird. Die USA sind mit 53 Prozent am stärksten in diesem Fonds vertreten, während China einen Anteil von mehr als 10 Prozent hat. Mit über 25 Prozent ist der Rohstoffsektor am stärksten vertreten. Dieser Fonds ist thesaurierend.

Als ETF bildet der Lyxor New Energy UCITS ETF den World Alternative Energy Index ab, der aus den 20 größten Unternehmen aus dem Segment der erneuerbaren Energien besteht. Dieser ETF ist größtenteils auf Japan und die USA fokussiert.
Der iShares Global Clean Energy UCITS ETF bildet einen Index mit den 30 größten Unternehmen der Welt ab, deren Fokus auf sauberen Energien liegt.

Werden Wasserstoffautos das Fahren billiger machen?

Während viele Menschen zuerst an Wasserstoff denken, wenn sie an Brennstoffzellen denken, sind Brennstoffzellen nicht auf Wasserstoff beschränkt.  Es handelt sich um eine Reihe verwandter Technologien, von denen viele anstelle von Wasserstoff Strom aus einer Reihe von Kohlenwasserstoffbrennstoffen erzeugen können.  Ich habe meinen jüngsten Beitrag über den raschen Anstieg der Wasserstoffvorräte auf die an der US-Börse notierten Unternehmen beschränkt, die sich mit der Produktion und Nutzung von Wasserstoff befassen, wobei ich ausländische Vorräte und andere Brennstoffzellentechnologien der Kürze halber weggelassen habe.

Eine KPMG-Umfrage von 2017 unter leitenden Angestellten der Automobilbranche ergab, dass die meisten von ihnen glauben, dass batteriebetriebene Autos nicht die Antwort auf die Zukunft des nachhaltigen Fahrens sind. Achtundsiebzig Prozent sagten, Wasserstoffautos seien es, weil ihre Tanks in etwa so lange aufgetankt werden können, wie es dauert, bis man sein Auto betankt hat, und nicht wegen der langen Zeit, die batteriebetriebene Fahrzeuge oft benötigen.

Die Europäische Klimastiftung prognostiziert, dass Brennstoffzellenautos bis 2050 über ein Viertel des Automarktes ausmachen werden - was in weiter Ferne erscheinen mag, aber die Nutzung von Brennstoffzellenfahrzeugen wird langsam zunehmen, wenn die Technologie effizienter und die Fahrzeuge billiger werden. Es ist klar, dass Wasserstoff die Antwort für die Zukunft ist und das Autofahren nachhaltiger und für jeden erschwinglich machen wird. Eine wichtigere Frage, wenn Sie darüber nachdenken, ein Frühadapter zu werden, lautet: Wird Wasserstoff das Autofahren jetzt billiger machen?

Wie Wasserstoffautos funktionieren

Wasserstoffautos nutzen die Leistung von Brennstoffzellen, die mit Wasserstoffgas und der Luft, die wir atmen, betrieben werden. Die Brennstoffzellen kombinieren Wasserstoffgas unter Druck mit Sauerstoff, um das Auto anzutreiben, und das einzige Nebenprodukt ist Wasser - das gleiche Wasser, das wir jeden Tag brauchen und trinken. Da Wasserstoff das bei weitem am häufigsten vorkommende Gas im Universum ist, wird die Brennstoffquelle fast garantiert nie versiegen. Um ihn "herzustellen", lässt man einfach Wasser (H20, zwei Teile Wasserstoff und ein Teil Sauerstoff) durch einen Elektrolyseur laufen.

Das Problem ist, dass die Herstellung von Wasserstoff an sich schon viel Energie verbraucht. Er muss dann von einem Gas in eine Flüssigkeit komprimiert werden, und er hat eine etwa fünfmal geringere Energiedichte als Benzin, was bedeutet, dass Autos fünfmal so viel davon benötigen, um die gleiche Strecke wie ⅕ zurückzulegen. Wasserstoff neigt auch dazu, aus den Behältern, in denen er aufbewahrt wird, auszusickern, und da Wasserstoffgas extrem brennbar ist, ist dies keine große Situation.

Wasserstoffmotoren sind auch sehr wankelmütig: Weder Dampf noch Eis treiben ein Wasserstofffahrzeug an, daher muss die Temperatur in dem engen und sehr niedrigen Bereich gehalten werden, in dem Wasserstoff eine Flüssigkeit ist.

Ist Wasserstoffantrieb besser als Gas/Elektrik?

Im Hinblick auf die Rettung der Umwelt vielleicht, aber nicht jetzt. Es braucht immer noch eine Tonne Energie, um Wasserstoff zu produzieren und zu transportieren, so dass es oft sinnvoller ist, ein Hybrid- oder Elektrofahrzeug zu kaufen, wenn man den Planeten (und seinen Geldbeutel) schonen will.

"Besser" ist natürlich ein relativer Begriff. Wenn Sie ein frühzeitiger Investor in die Sachen nachhaltige Technologie der Zukunft sein wollen, dann ist Wasserstoff der klare Weg, den Sie gehen müssen. Aber im Moment bleibt er für die meisten Menschen eine teure und manchmal ineffiziente Option.

Ein Wasserstoffauto kaufen

Es gibt nicht viele Wasserstofftankstellen außerhalb einiger der größten Städte der Welt, und daher wird es für Sie wahrscheinlich schwierig sein, durchgängig Tankstellen zu finden. Außerdem sind wasserstoffbetriebene Fahrzeuge immer noch sehr teuer, so dass sie für die meisten Menschen unerreichbar bleiben.

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Fazit: Investition in Wasserstoff-Aktien nur als Beimischung zum Portfolio

Aufgrund der hohen Volatilität sollten Sie Wasserstoff-Aktien nur als Beimischung für Ihr Portfolio nutzen. Sie sollten nur einen geringen Betrag in Wasserstoff-Aktien investieren. Nicht anders sieht es mit einem Wasserstoff-ETF aus, wenn er herausgebracht werden sollte. Auch bei einem Sparplan sind nur geringe Sparraten sinnvoll. Sollte sich das Wasserstoff-Autodurchsetzen, könnten Aktien auf Wasserstoff einen Aufschwung erleben.

Obwohl es Brennstoffzellen schon eine Weile gibt, sind sie immer noch weitgehend auf dem neuesten Stand. Die meisten Unternehmen, die direkt an ihrer Herstellung als Hauptgeschäft beteiligt sind, sind zum Zeitpunkt der Veröffentlichung nicht rentabel, was auf das Risiko hindeutet, dass sie nie rentabel werden könnten. Auch die Brennstoffzellenindustrie hatte schon einmal einen Anstieg und einen anschließenden Rückgang des Interesses. Angesichts dieses Risikos möchten Sie vielleicht Ihre Investitionen durch den Kauf mehrerer Unternehmen oder durch den Kauf eines diversifizierten Fonds diversifizieren.

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