Sparerpauschbetrag 2020 - Steuer sparen beim ETF

Bei einem ETF ist die Steuer eine komplizierte Sache. Du musst Abgeltungssteuer zahlen, doch solltest Du den Freistellungsauftrag nicht vergessen. Der Sparerpauschbetrag 2020 liegt bei 801 Euro für Alleinstehende. Verheiratete können den doppelten Freibetrag ausschöpfen.

Sparerpauschbetrag 2020 - Steuer sparen beim ETF

Freistellungsauftrag nicht vergessen

Egal, für welche Geldanlage Du Dich entscheidest, musst Du auf die Einnahmen aus Kapitalvermögen Steuer zahlen und die Einkünfte in der Steuererklärung angeben. Auf einen ETF fällt eine Abgeltungssteuer an, deren Regelung ziemlich kompliziert ist. Dabei spielt es eine Rolle, ob es sich um einen deutschen oder einen ausländischen Fonds handelt und ob die Ertragsverwendung ausschüttend oder thesaurierend ist.

Damit Du nicht zu viel Steuern bezahlen musst, solltest Du den Freistellungsauftrag an die depotführende Bank nicht vergessen. Eröffnest Du bei einer Filialbank ein Depot, kannst Du dort direkt den Freistellungsauftrag stellen. Günstiger ist jedoch eine Direktbank oder ein Online-Broker. Dort werden zumeist keine Depotgebühren erhoben. Einen Freistellungsauftrag kannst Du dort online stellen. Der Freistellungsauftrag kann für den Sparerpauschbetrag 2020 gestellt werden. Du solltest überlegen, ob Du noch Geldanlagen bei anderen Banken hast. Den Sparerpauschbetrag 2020 kannst Du splitten, indem Du bei jeder Bank, bei der Du eine Geldanlage hast, einen Freistellungsauftrag stellst. Dort, wo Du die meisten Kapitalerträge erwarten kannst, solltest Du den höchsten Betrag für den Freistellungsauftrag ansetzen. So kannst Du beispielsweise bei einer Bank einen Freistellungsauftrag über 200 Euro und bei einer anderen Bank einen Freistellungsauftrag über 601 Euro erteilen. Bei einem Freistellungsauftrag musst Du Deine Steueridentifikationsnummer angeben.

Wie hoch ist der Sparerpauschbetrag 2020?

Der Sparerpauschbetrag wurde 2009 eingeführt, zusammen mit der Abgeltungssteuer. Er gilt für Zinsen, Dividenden sowie für die Gewinne aus dem Verkauf von Kapitalanlagen und Termingeschäften. Dieser Sparerpauschbetrag hat sich nicht verändert und beträgt für 2020 bei Alleinstehenden 801 Euro. Bei Verheirateten wird dieser Betrag verdoppelt und beträgt 1.602 Euro. Nur die Beträge, die diesen Sparerpauschbetrag übersteigen, werden mit einer Steuer belegt. Investierst Du in einen ETF und ist die Rendite nur gering oder fällt sie sogar negativ entwickelt, musst Du keine Steuer zahlen.
Hast Du Kinder und möchtest Du für Deine Kinder sparen, kannst Du bei verschiedenen Brokern auch einen ETF-Sparplan für Kinder eröffnen. Auch für Deine Kinder solltest Du einen Freistellungsauftrag an die Bank erteilen. Für jedes minderjährige Kind kannst Du einen Sparerpauschbetrag in Höhe von 801 Euro ausschöpfen. Das gelingt jedoch nur, wenn die Geldanlage tatsächlich auf den Namen Deines Kindes eröffnet wurde. Auch für Deine Kinder gibst Du im Freistellungsauftrag die Steueridentifikationsnummer des jeweiligen Kindes an.

Was Du beim Sparerpauschbetrag 2020 beachten solltest

Du kannst als Single einen Freibetrag bis zu 801 Euro für Einkünfte aus Kapitalvermögen ausschöpfen und zahlst keine Steuer, wenn Deine Zinsen, Dividenden oder Gewinne aus dem Verkauf von Geldanlagen unter diesem Betrag liegen. Bei Eheleuten verdoppelt sich dieser Betrag. Dabei kann die Veranlagung getrennt für jeden Ehepartner oder gemeinsam für beide Ehepartner erfolgen.
Als privater Anleger darfst Du seit der Einführung des Sparerpauschbetrages keine Depotgebühren oder Werbungskosten mehr von der Steuer absetzen.

Hast Du einen Anteil an einem ETF bei einer Filialbank erworben und führst Du dort ein Depot, kannst Du zwar den Sparerpauschbetrag ausschöpfen, doch musst Du die Depotgebühren trotzdem bezahlen. Das kannst Du umgehen, indem Du Anteile von einem ETF bei einem Online-Broker oder einer Online-Bank kaufst und dort ein Depot eröffnest. Zumeist fallen dort keine Depotgebühren an. Beispielsweise bietet der Berliner Broker Trade Republic* mehr als 300 ETF-Sparpläne dauerhaft kostenlos an.

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Als Werbungskosten können die Zinsen für einen Kredit gelten, den Du für den Kauf von Wertpapieren aufgenommen hast. Nimmst Du den Sparerpauschbetrag 2020 in Anspruch und hast Du den Freistellungsauftrag erteilt, kannst Du die Zinsen für den Kredit nicht als Werbungskosten von der Steuer absetzen.

Sparerpauschbetrag 2020 oder Nichtveranlagungsbescheinigung?

Erzielst Du nur ein geringes Einkommen, musst Du auf einen ETF nicht verzichten. Du kannst einen Sparplan auf einen ETFeröffnen und mit geringen Einzahlungen langfristig Vermögen aufbauen. Auch bei einem ETF-Sparplan kannst Du Steuersparen und den Freistellungsauftrag für den Sparerpauschbetrag erteilen. Bei einem geringen Einkommen kann jedoch eine Nichtveranlagungsbescheinigung günstiger sein. Die Nichtveranlagungsbescheinigung eignet sich für Rentner, Studenten, Schüler und Geringverdiener. Du kannst mit der Nichtveranlagungsbescheinigung auch Zinsen und Dividenden sowie Gewinne aus Wertpapierverkäufen ohne Steuer in Anspruch nehmen, die über dem Sparerpauschbetrag 2020 liegen. Das Finanzamt bescheinigt mit der Nichtveranlagungsbescheinigung, dass Du wahrscheinlich keine Einkommenssteuer zahlen musst. Diese Bescheinigung legst Du bei Deiner depotführenden Bank vor. Die Bank muss dann die Abgeltungssteuer nicht einbehalten.

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Freistellungsaufträge regelmäßig überprüfen

Hast Du Freistellungsaufträge bei mehreren Banken, solltest Du darauf achten, dass Du den Sparerpauschbetrag 2020 nicht überschreitest. Die Daten werden von der Finanzverwaltung abgeglichen. Überhöhte Freistellungsaufträge werden herausgefiltert, da sie eine Verletzung des Steuerrechts darstellen. Kommt es häufiger zu einer Überschreitung des Sparerpauschbetrags, stellt das eine Ordnungswidrigkeit dar. Du wirst dann mit einer Ordnungsstrafe belegt.
Gibst Du die Einkünfte aus Dividenden oder Renditen auf einen ETF nicht in in Deiner Steuererklärung an, sollte es kein Problem darstellen, wenn sie den Sparerpauschbetrag 2020 nicht überschreiten.

Abgeltungssteuer bei einem ETF

Du musst auf Zinsen, Dividenden und Erlöse aus Verkäufen von ETFs eine Abgeltungssteuer von 25 Prozent bezahlen. Diese Abgeltungssteuer fällt nur auf die Beträge an, die über dem Sparerpauschbetrag 2020 liegen. Auf die Abgeltungssteuer fällt noch ein Solidaritätszuschlag von 5,5 Prozent an. Gehörst Du der Kirche an, musst Du auch noch die Kirchensteuer bezahlen. Die Abgeltungssteuer wird von der Bank automatisch an das Finanzamt abgeführt.
Noch immer ist die Steuer auf einen ETF eine komplizierte Sache. Mit dem Investmentsteuerreformgesetz 2018 wurden Erleichterungen bei der Besteuerung von ETFs eingeführt. Bei der Ermittlung der Steuer werden vier Kennzahlen herangezogen:

  • Höhe der Dividenden
  • Wert des Fonds am Jahresanfang
  • Wert des Fonds am Jahresende
  • Art des ETFs.

Inländische ETFs sind seit der Investmentsteuerreform den ausländischen ETFs gleichgestellt. Die jährliche Besteuerung erfolgt auch bei thesaurierenden ETFs, bei denen die Dividende immer wieder in Fondsvermögen reinvestiert wird. Du musst eine Vorabpauschale auf die Dividende zahlen, auch wenn die Dividende nicht ausgezahlt wird.

Weitere Möglichkeiten, um Steuern zu sparen

Hast Du in einen ETF investiert und einen Freistellungsauftrag über den Sparerpauschbetrag 2020 erteilt, kannst Du noch weitere Steuern sparen. Auch dann, wenn die Rendite, Dividende oder der Gewinn aus dem Verkauf von Wertpapieren über dem Sparerpauschbetrag liegt, kannst Du mitunter Steuern sparen. Du kannst noch einen Grundfreibetrag ausschöpfen, der für 2020 bei 9.408 Euro liegt. Es hängt jedoch davon ab, wie hoch Deine Gesamteinnahmen ausfallen. Zusätzlich kannst Du noch von einem Sonderausgaben-Pauschbetrag profitieren, der bei 36 Euro liegt. Insgesamt kannst Du also für 2020insgesamt ein steuerfreies Einkommen von 10.245 Euro beanspruchen. Bist Du verheiratet, verdoppelt sich dieser Betrag.

Fazit: Sparerpauschbetrag 2020 ausschöpfen und Steuern sparen

Der Sparerpauschbetrag wurde 2009 mit der Einführung der Abgeltungssteuer eingeführt und beträgt 801 Euro für Alleinstehende. Verheiratete können den doppelten Sparerpauschbetrag ausschöpfen. Die Veranlagung bei Verheirateten kann getrennt oder gemeinsam erfolgen. Du solltest, wenn Du in einen ETF oder einen ETF-Sparplan investierst, unbedingt an Deine depotführende Bank einen Freistellungsauftrag mit dem Sparerpauschbetrag erteilen, um Steuer zu sparen. Hast Du Geldanlagen bei mehreren Banken, kannst Du an jede Bank einen Freistellungsauftrag stellen, doch darfst Du den Sparerpauschbetrag nicht überschreiten. Nur für den Betrag an Dividenden, Renditen und Gewinnen aus dem Verkauf von ETF-Anteilen, der über den Pauschbetrag hinausgeht, musst Du eine Steuer zahlen. Bei einem geringen Einkommen kannst Du beim Finanzamt eine Nichtveranlagungsbescheinigung beantragen. Du musst dann keine Steuer bezahlen. Die Nichtveranlagungsbescheinigung musst Du bei der depotführenden Bank vorlegen, die dann keine Abgeltungssteuer erhebt.

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