Das Währungsrisiko mit Hedged ETF absichern

Das Währungsrisiko mit Hedged ETF absichern

ETFs können Sie auf viele Indizes abschließen, darunter auch auf ausländische Indizes. Bei einem ETF auf einen ausländischen Index besteht ein Währungsrisiko. Ist der Wechselkurs ungünstig, können Sie trotz einer gute Rendite keinen nennenswerten Gewinn erzielen. Um das zu vermeiden, sind verschiedene ETFs auf ausländische Indizes währungsgesichert. Sie erkennen solche ETFs am Zusatz "Hedged".

Das Währungsrisiko beim ETF

Investieren Sie in einen ETF auf einen ausländischen Index, beispielsweise auf den S&P 500, den MSCI World oder den MSCI Emerging Markets, können Sie von einer breiten Risikostreuung und häufig auch von einer guten Rendite profitieren. Die Kehrseite solcher ETFs liegt im Währungsrisiko. Ein ungünstiger Währungskurs kann die möglichen Gewinne durch eine gute Rendite minimieren oder sogar trotz guter Rendite zu Verlusten führen. Damit Sie keine Verluste aufgrund ungünstiger Wechselkurse erleiden, können Sie sich für Hedged ETFs entscheiden, die währungsgesichert sind.

Ein Währungsrisiko besteht, wenn die Währung des Landes, in dem Sie investieren, im Vergleich zum Euro steigt oder sinkt. Bevor Sie in einen ETF investieren, können Sie nicht langfristig einschätzen, wie sich die Währung des entsprechenden Landes langfristig entwickelt.

Mehrere Faktoren, die sich auf das Währungsrisiko auswirken

Bei einem ausländischen ETF kann das Währungsrisiko von verschiedenen Faktoren beeinflusst werden:

Fondswährung
Die Abrechnung und Verwaltung des Fondsvermögens eines ETFs erfolgt in der Fondswährung. In der Fondswährung erfolgen auch offizielle Berichte und Ausschüttungen. Der Online-Broker muss die Fondsrechnung in Euro umrechnen, da Ihr Depot in Euro geführt wird. In der Regel orientiert sich die Fondswährung an der Währung, die für den abgebildeten Index verwendet wird. Die Indexwährung ist zumeist mit der Währung identisch, in der die meisten im Index gelisteten Wertpapiere gehandelt werden. Investieren Sie beispielsweise in einen Fonds auf den S&P 500, ist US-Dollar die Indexwährung.

Handelswährung
Die Handelswährung ist die Währung, in der ein Fonds an einer bestimmten Börse gehandelt wird. Bei der Xetra, in Paris und in Mailand werden die meisten ETFs in Euro gehandelt, unabhängig von der Fondswährung des jeweiligen ETFs. Die Börsen in Zürich und London lassen auch Fremdwährungen im Handel zu. ETFs können dort in verschiedenen Währungen gehandelt werden. Jede Transaktion lässt sich in jede Währung umrechnen. Das bietet für die Anleger keine Vorteile. Darüber hinaus entstehen zusätzliche Kosten für die Anleger. Die Handelswährung ist vor allem für die professionellen Marktteilnehmer relevant.

Währung der abgebildeten Titel im ETF
Das Währungsrisiko eines ETFs wird durch die im abgebildeten Index gelisteten Werte bestimmt. Sie sollten daher einen Blick darauf werfen, welche Währungen für die enthaltenen Wertpapiere gelten. Sind viele Fremdwährungen in einem Index enthalten, haben die Währungskurse einen starken Einfluss auf die Entwicklung Ihres Investments. Die Währung von Aktien wird zumeist mit der Heimatwährung des Unternehmens gleichgesetzt. Auch international ausgelegte Unternehmen unterliegen dem Währungsrisiko. Zur Währungsabsicherung wenden solche Unternehmen gezielte Strategien an.

Möchten Sie wissen, wie die einzelnen Länder in einem ETF verteilt sind, sollten Sie einen Blick auf die Factsheets des Emittenten werfen. Abhängig von der Zahl der verschiedenen Währungen können Sie das Risiko grob einschätzen.

Hedged ETFs mit Währungsabsicherung

Möchten Sie das Währungsrisiko minimieren, sollten Sie sich für einen Hedged ETF entscheiden. Er ist währungsgesichert. Bei diesen ETFs sind ausländische Währungen gegenüber dem Euro abgesichert. Ist ein ETF währungsgesichert, erkennen Sie das meistens am Zusatz "Hedged".
Nicht jeder ETF auf einen ausländischen Index ist währungsgesichert. Investieren Sie beispielsweise in einen ETF auf den MSCI World und wird die Fondswährung in Euro angeboten, heißt das nicht, dass dieser Fonds währungsgesichert ist. Lediglich im die Währung ist im Fonds bereits in Euro umgerechnet.

Warum Währungen und Wechselkurse schwanken

Die Währungen nationaler Wirtschaften sind durch Wechselkurse miteinander verbunden. Kapitalmärkte und Güter sind international stark verflochten. Der Wechselkurs wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, die sich nicht nur auf den Kapitalmarkt beziehen. Die Anpassung zu einem Ausgleich von Angebot und Nachfrage kann sich auf die Wechselkurse auswirken. Die Wechselkurse hängen auch davon ab, ob eine Nation viel importiert oder exportiert. Ein Land, das viel exportiert und daher wenig im Ausland kauft, wird langfristig durch einen steigenden Wechselkurs gebremst. Auch die Akteure an den Kapitalmärkten können die Wechselkurse beeinflussen. Einen Anteil an den Kursschwankungen haben auch die Zinsen auf den verschiedenen Märkten. Großinvestoren legen ihr Geld häufig im Ausland an, da sie dort höhere Renditen erhalten können. Die Attraktivität einer Anlage kann durch den Wechselkurs ausgebremst werden.
Mit ihrer expansiven Geldpolitik können auch Zentralbanken den Wert einer Währung beeinflussen. Diese Geldpolitik entstand aufgrund der weltweiten Finanzkrise 2007/2008. Vermehrt sich das Geld, fällt der Wert der Währung, verglichen mit einer anderen Währung.

Schwankende Wechselkurse sind in Zeiten von steigendem Welthandel und Globalisierung unerwünscht. Stärkere Volkswirtschaften dominieren kleinere, abhängige Volkswirtschaften. Um den größeren Wirtschaftsmächten entgegenzutreten, können sich kleinere und wirtschaftlich schwächere Länder zusammenschließen. Andere Länder streben einen stabilen Wechselkurs durch politische Zielsetzungen an. China steuert sein Wechselkurssystem über die Politik. Kleinere Wirtschaften können ihre Leitwährung anpassen. Schwellenländer nutzen beispielsweise häufig den US-Dollar für ihre Anleihen. Diese Praxis hat auch Argentinien genutzt, doch hat das fast zu einer Staatspleite geführt.
Langfristige Prognosen zur Entwicklung der Wechselkurse können auch Ökonomen nicht treffen. Banken haben Modelle zur die Zulassung einer begrenzten Absicherung entwickelt.

Wechselkurse als Chance und Risiko bei ETFs

Bei einem ETF können Wechselkurse Chancen und Risiken gleichzeitig darstellen. Haben Sie beispielsweise in einen ausländischen ETF auf den S&P 500 investiert und verliert der US-Dollar gegenüber dem Euro an Wert, wirkt sich das auch auf den ETF aus. Das ist auch dann der Fall, wenn die enthaltenen Aktien eine gute Rendite verzeichnen. Steigt der US-Dollar im Wert, können Sie auch bei Ihrem ETF wieder mit einer Wertsteigerung rechnen.

Wie ein Hedged ETF das Währungsrisiko absichert

Möchten Sie das Währungsrisiko minimieren, sollten Sie in einen Hedged ETF investieren, der währungsgesichert ist. Solche ETFs nutzen oft automatisierte Derivate-Strategien. Der Wert des Index-Portfolios kann gegen Währungsschwankungen abgesichert werden. Ein Teil des Fondsvermögens wird in Währungsderivate investiert. An einem festen Datum werden Währungen zu einem festgelegten Preis getauscht. Das ist auf täglicher und auf monatlicher Basis möglich. Der Wert des Termingeschäfts entspricht dem Wert der Vermögenswerte des Fonds. Bei Währungsverlusten erhält der ETF einen Ausgleich aus der Absicherung. Aufgrund der Absicherung sind keine Währungsgewinne mehr möglich.

Kosten und Renditemöglichkeiten bei Hedged ETFs

Sie erhalten mit einem Hedged ETF ungefähr die Rendite des lokalen Aktienmarktes. Die Währungsabsicherung ist jedoch nicht perfekt. Sie ist mit der Absicherung einer Wette vergleichbar. Der Vermögenswert des ETFs kann durch Marktschwankungen vom abgesicherten Wert abweichen. Die Absicherung wird nicht an dem Tag ausgeführt, an dem Sie in den ETF eingezahlt haben.
Ist ein ETF währungsgesichert, führt das zu höheren Kosten, die zu einer höheren Gesamtkostenquote führen. Entscheiden Sie sich für einen währungsgesicherten Fonds, müssen Sie eine höhere Gesamtkostenquote zahlen. Kosten werden durch die Preisspanne zwischen An- und Verkauf zweier Währungen, Transaktionskosten und Haltekosten verursacht. Um eine günstige Absicherung vorzunehmen, sind liquide Derivate und günstige Handelskonditionen erforderlich. Bei Währungen von Schwellenländern sind die Preisspannen zumeist größer als bei den Industrienationen. Da solche ETFs auf Schwellenländer teuer sein können, werden auf Schwellenländer keine währungsgesicherten ETFs angeboten. Die Absicherung eignet sich daher eher für die großen Leitwährungen.

Fazit: Ungünstige Wechselkurse mit Hedged ETFs abmildern

Bei der Investition in ausländische ETFs kann das Währungsrisiko die Rendite stark schmälern. Um das zu vermeiden, können Sie in einen Hedged ETF investieren, der durch Derivate währungsgesichert ist. Diese ETFs sind durch eine höhere Gesamtkostenquote gekennzeichnet.

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