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Geld anlegen mit Robo Advisors

Geld anlegen mit Robo Advisors

Was ist ein Robo Advisor?

Unter dem Begriff Robo Advisors werden Unternehmen geführt, die ein automatisiert gemanagtes Online-Portfolio anbieten. Sie sind also digitale Vermögensverwalter und eine Untergruppe der aufstrebenden FinTech-Startups. Ihre Anlagestrategien basieren auf smarten Algorithmen für ein z. B. gut diversifiziertes ETF-Depot, Lead-Investoren oder Schwarmintelligenz (Social Trading). Explizit nicht dazu zählen klassische Online-Broker und personenbezogene Vermögensberater.

Egal ob man für die Rente sparen möchte oder für ein Eigenheim: Um den innovation Trend der Robo Advisors im Finanzsektor nicht zu verpassen, sollten sich Anleger zeitnah mit den Unterschieden zwischen den Firmen beschäftigen und prüfen, ob es eine Möglichkeit für sie ist.

Es gibt derzeit zwei Arten:

1. Aktive Robo Advisors

Sie nutzen smarte Algorithmen um bei einer veränderten Risikolage der Börsenmärkte oder des Kunden angelegtes Geld automatisiert umzuschichten. Hierbei besteht die Chance die durchschnittliche Marktperformance zu schlagen. Bekannte Anbieter dieser Gruppe sind Scalable Capital und Whitebox.

2. Passive Robo Advisors

Hierunter versammeln sich Anbieter, die nach der Eröffnung und Zusammenstellung des kundenspezifischen Portfolios nichts mehr an dem Depot verändern. Das Depot ist also starr und komplett abhängig von der Performance der ausgewählten Assets. Eine Umschichtung ist nicht möglich. Bekannte Anbieter dieser Gruppe sind Vaamo, growney und Ginmon.

Neben dieser zwei Arten sind die Hauptunterscheidungsmerkmale die Gebühren, Anlage- und Risikomanagement-Strategien und die Mindestanlagesumme.

Vorteile für Kunden

Für alle potenziellen Neukunden ergibt sich eine ganze Reihe von Vorteilen:

Kein Fachwissen nötig
Robo Advisors bieten einen kinderleichten Einstieg in die Welt der ETFs und Börse.

Kostengünstig
Robo Advisors setzen auf wenige günstige ETFs statt auf viele teure Einzelinvestments. Computer managen den Kauf und Verkauf der Indexfonds. Sie überwachen die Börsenmärkte und schichten notfalls Kapital um. Für all das wird kaum bis kein menschliches Personal benötigt. Wenn sich der ETF-Markt ändert und neue bessere und günstigere passive Indexfonds angeboten werden, so werden diese von den Robo Advisors gerne in ihre Konzepte mit aufgenommen.

Unabhängige Beratung
Im Gegensatz zu Bankberatern sind Robo Advisors unabhängiger. Bankberater sind spezialisiert auf Produkte aus ihrem eigenen Haus.

Auch für Kleinanleger interessant
Professionelle Vermögensverwaltern stehen in der Regel nur vermögenden Anlegern zur Verfügung die große Kapitalbeträge investieren wollen. Bei Robo Advisors können ganz einfach auch geringe Beträge monatlich in einer Art Sparplan investiert werden, die dann wiederum über alle ETFs in dem persönlichen Portfolio gestreut werden.

Völlige Kontrolle
Als Anleger hat man die Möglichkeit sich laufend über den Zustand und Erfolgs seines Portfolios online zu erkundigen. Entweder über die Apps für Smartphones oder auf der Website des jeweiligen Robo Advisors. Auch in welche ETFs genau investiert wird und wieviel diese kosten legen viele der Anbieter offen.

Schutz
Investiertes Geld ist bei ETFs vor Insolvenz der ETF-Anbieter geschützt, denn das Kapital gilt als Sondervermögen.

Bessere Renditen
Investments, die emotionslos von einem Computer gesteuert werden, vermeiden eine nicht zu unterschätzende Risikoklasse: Nämlich den Menschen. Vor allem unerfahrene Privatanleger neigen zu emotionsgetriebenen Käufen und Verkäufen die letztendlich nur die eigene Rendite schmälern. Auch zeigen Studien immer wieder, dass die Leute zu sehr auf die Renditen achten und zu wenig auf das Risiko.

Bequem und schnell
Ein Konto bei einem Robo-Advisor muss nur einmal eröffnet werden und selbst das geht in nur wenigen Minuten. Von da an funktioniert alles automatisch und ohne weiteres Zutun des Sparers. Wer sein Depot lieber selbst managen möchte und ETFs selbst kaufen und verkaufen will, muss sehr viel Zeit in die Recherche stecken um keine Abstriche bei der Rendite in Kauf nehmen zu müssen. Die Recherche würde Dir ein Robo Advisor komplett abnehmen, damit Du mehr Zeit für das Wichtigste in Deinem Leben hast.

Nachteile

Robo Advisors haben natürlich nicht nur Vorteile, sondern auch mindestens einen Nachteil über den man sich im Klaren sein sollte. Sie setzen börsengehandelte Indexfonds ein. Wie bei jedem börsengehandelten Produkt entstehen Schwankungen die zu Verlusten führen können. Aufgrund des Fokus auf Risiko und nicht auf die Renditen der Börsenmärkte wird versucht das Risiko zu minimieren. Ob und wie gut das funktioniert, hängt vom jeweiligen Anbieter und dessen Konzepte bzw. Strategie ab.

Welche Robo Advisors gibt es in Deutschland?

Die List der in Deutschland aktiven Robo Advisors ist noch nicht sehr lang. Neben namenhaften Akteuren wie scalable capital und vammos gibt es eine ganze Reihe von deutlich weniger bekannteren Firmen. Das liegt vor allem daran, dass diese Branche noch nicht sehr lange existiert und erst in den letzen Jahren extrem wächst gemessen am investierten Kapital der Anleger. Ganz unten am Ende des Artikels haben wir die wichtigsten Anbieter aufgelistet, zusammen mit den Keyfacts.

Kosten und Gebühren

Es kommen zwei Gebührenkomponenten zusammen:

Gesamtkostenquote der eingesetzten ETFs (auch ETF-Gebühren oder Fondgebühren genannt). Diese gehen also direkt an die ETF-Anbieter. eine Verwaltungsgebühr des Robo Advisor. Die Gebühr ist für die Dienstleistung und daher bekommt sie der Robo Advisor.

Alles in allem liegen die Gebühren teilweise deutlich unter dem von einem Vermögensverwalter bei z. B. der eigenen Hausbank. Sie betragen stand heute weniger als 1% auf die investierte Summe pro Jahr. Das liegt vor allem an zwei Faktoren: Robo Advisors investieren nicht direkt in Aktien, Edelmetalle, Anleihen oder Immobilien. Sie setzen auf kostenkünstige Exchange Traded Funds (ETFs). Und die eingesetzten ETFs sind von Hause aus sehr günstig. Eine Abbildung des in Deutschland beliebten DAX 30 Index ist mit einem ETF schon für 0,07% pro Jahr möglich. Das gilt für alle Börsenmärkte mit viel Umsatz. Theoretisch kann sich auch jeder Anleger selbst ein Portfolio mit ETFs zusammenstellen. Das Anlageuniversum - also die eingesetzten Indexfonds inkl. Name und ISIN - veröffentlichen die Robo Advisors teilweise sogar auf ihren Websites. Ein Nachbau wäre sehr leicht, wenn da nicht die Gewichtung wäre. Die ETF-Gewichtung ist die entscheidende Zutat, die aus einem Depot entweder ein risikoarmes oder ein äußerst spekulatives Depot macht. Für die richtige Gewichtung aufgrund von Marktlage und Risikobewusstsein des Anlegers wird viel Recherche benötigt. Und das kostet Zeit und Fachwissen was wohl die meisten Privatanleger nicht aufbringen können.

Der andere Gebührenfaktor liegt an der Beschaffenheit der angebotenen Produkte der Robo Advisor. Sie benötigen keine menschlichen Vermögensverwalter. Die Algorithmen und Strategien die für die Kapitalanlage nötig sind, sind beliebig oft erweiterbar und anwendbar, wenn sie erstmal programmiert und getestet sind. Da spielt die Anzahl der Kunden dann keine Rolle mehr. Automatisierte Prozesse übernehmen von der Risikoeinschätzung des Kunden bis hin zur Umschichtung (falls der Advisor das anbietet) des Kapitals bei veränderter Risikolage der Börsenmärkte alles. Auch ein Reporting über die Zusammenstellung und Performance des Portfolios ist ohne menschliches Zutun möglich.

Entwicklung der Branche

Die klassische „Vorort-Beratung“ der Banken ist auf dem Rückweg. Fast alle größeren Banken und Bankverbände verkleinern seit Jahren ihr Filialnetz drastisch. Alleine die Deutsche Bank und die Commerzbank bauten tausende Stellen ab. Erst Kontoauszüge, dann Bankautomaten, dann Online-Banking und heute Robo-Advisors: Die Dienstleistungen in den Filialen werden immer seltener von den Kunden genutzt. Heute passiert alles online. Das spart Zeit und Kosten und macht sich an der Zahl der Filialen nun deutlich bemerkbar.

Das über Robo Advisors investierte Kapital, beträgt in Deutschland im Jahre 2017 ca. 338 Millionen Euro. Laut einer Prognose wird es bis zum Jahr 2021 bis auf 1.350 Mio Euro steigen. Das würde einem Wachstum von 41,4% pro Jahr entsprechen. 0,07 Millionen Menschen werden dann Kunde bei einem der Anbieter sein. Allein diese Zahlen verdeutlichen, dass hier ein enormes Interesse bei den Sparern in Deutschland vorliegt. Auch das Suchvolumen bei Google nach Begriffen zu diesem Thema stieg in den letzten Jahren massiv. Das dürfte vor allem an gewachsenen Berichterstattung der Medien liegen. Jeder will von diesem Trend profitieren.

anlagevolumen fuer robo advisors in deutschland

Heute schon sind die USA Vorreiter beim digitalen Vermögensmanagement. Bis zum Ende des Jahres werden fast 165 Milliarden US Dollar investiert sein.

Aber auch bei unseren deutschsprachigen Nachbarn wird das Transaktionsvolumen in den nächsten Jahren steigen:

  • Schweiz: Von 59,7 Millionen Euro in 2017 auf ca. 1,2 Milliarden Euro bis 2021
  • Österreich: Von 13,67 Millionen Euro in 2017 auf ca. 547 Millionen Euro bis 2021

Wer haftet?

In ETFs investiertes Geld ist an sich sicher vor einer Insolvenz der Fondanbieter. Das Kapital wird nämlich als Sondervermögen geführt und nicht als Vermögen der Firma.

Robo Advisors, die eine Komplettlösung anbieten, sind als  Vermögensverwalter (§ 32 Kreditwesengesetz) oder Finanzanlagenvermittler (§ 34f Gewerbeordnung) zugelassen. Sie sehen sich als reine Vermittler und nicht als Finanzberater. Hierbei entsteht rechtlich gesehen eine Grauzone denn wenn sie wie manche aktiv Kapital umschichten, dann findet hierbei unserer Meinung nach sehr wohl eine indirekte Beratung statt. Bei der rechtlichen Haftungsfrage könnte sich in Zukunft also vielleicht noch etwas verändern.

Unser Favorit ist Scalable Capital

Unser Favorit ist Scalable Capital. Dieser verfügt als einer der wenigen Unternehmen in diesem Bereich ein aktives Risikomanagement. In einem eher wissenschaftlichen Whitepaper erklären sie detailliert ihr Vorgehen bzw. ihre Strategie. Kernpunkt: Mithilfe von Monte-Carlo-Simulationen werden über 10.000 verschiedene Wertentwicklungen eines Portfolios simuliert. Somit gelingt eine gute Risikoprojekt auf Stand heutiger Technik und Wissenschaft. Dieses Risikobalancing schützt vielleicht nicht komplett vor turbulenten Zeiten an der Börse, aber es kann vermutlich einen beachtlichen Schaden verhindern. In Zeiten gut laufender Märkte ist ein outperform der Märkte denkbar. Scalable Capital verlang gegenwärtig eine Mindesteinlage von 10.000 Euro und nimmt eine prozentuale Gebühr in Höhe von 0,75% pro Jahr. Das halten wir für akzeptabel für das was geboten wird. Scalable Capital ist ein Unternehmen aus Deutschland.

Selbst der weltgrößte Anbieter von passiven Indexfonds BlackRock beteiligt sich mit einem Minderheitsanteil an Scalable Capital. Außerdem ist dieser Robo Advisors bereits in mehreren Ländern aktiv und verwaltet bereits Kundengelder in einer Höhe von über 300 Millionen Euro. Desweiteren sind sie mehrfacher Testsieger.

Quelle: Statista

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