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Factor ETFs: Value, Growth, Momentum & mehr: Unterschiede & Besonderheiten

Factor ETFs: Value, Growth, Momentum & mehr: Unterschiede & Besonderheiten

Was ist ein Faktor-ETF / Faktor-Index?

Faktor-ETFs werden von den großen Index-Firmen wie MSCI und S&P angeboten. Ein Faktor beschreibt, nach welchen Kriterien Aktiengesellschaften in einen Index aufgenommen und zu welchem Anteil sie gewichtet werden. Die bekanntesten Faktoren bei ETFs sind Small Cap, Momentum, Value, Low Volatility, Dividend Yield, Quality und Size. Ein Multi-Faktor-ETF (Multi Factor) kombiniert mehrere dieser Faktoren um z. B. eine Überrendite gegenüber dem "normalen" Index zu erzielen.

Value

Beim Value-Factor werden ausschließlich sog. Substanz-Werte gekauft. Diese werthaltigen Unternehmen sollen möglichst unterbewertet gekauft und lange gehalten werden (Buy And Hold). Der Wert eines Unternehmens kann z. B. durch das Kurs-Buch-Verhältnis und die Dividendenrendite bestimmt werden. Der bekannteste Anhänger der Value-Strategie ist Börsenlegende Warren Buffet. (Auch interessant: Sind Berkshire Hathaway Aktien die besseren ETFs?)

ETF-Beispiel:

  • iShares Edge MSCI Europe Value Factor (WKN A12DPP)

Size Faktor: Small Cap, Mid Cap, Large Cap

Der Size-Faktor ist bei den ETF-Indizes der wohl bekannteste Faktor. Viele Indizes, wie z. B. der MSCI World oder DAX30 gewichten Aktien nach ihrem jeweiligen Börsenwert. Große Aktiengesellschaften haben in einem Faktor-Index ein höheres Gewicht, kleine haben dementsprechend ein kleineres Gewicht. Ein solcher Index deckt also den gesamten Markt ab. Sektor-Indizes decken nur einzelne Sektoren oder Branchen ab, wie z. B. Health Care, Cybersecurity, Biotechnologie oder die Automobilindustrie. Der hierzulande bekannteste Index ist der DAX Aktienindex. Dieser beinhaltet lediglich deutsche Unternehmen mit der größten Martkapitalisierung.

Zu dem Size-Factor zählen auch Strategien wie Small Cap und Mid Cap. Small Caps, also Aktiengesellschaften mit einem geringen Börsenwert, stehen in dem Ruf langfristig höhere Renditen zu erzielen, allerdings unter größeren Kursschwankungen als bei den Blue Chips. Das Risiko ist hier deutlich höher. Da laut der Finanzlehre das Risiko mit der Rendite fest verbunden ist, lässt sich die Überrendite von Small Cap ETFs leicht erklären.

ETF-Beispiele:

  • iShares Edge MSCI World Size Factor (WKN A12ATH)
  • Xtrackers MSCI Europe Small Cap Index UCITS ETF 1C (WKN DBX1AU)

Momentum Factor

Momentum beschreibt grundsätzlich etwas, das Fahrt aufgenommen hat. Das gilt auch für einen Momentum-ETF. Momentum-ETFs können je nach Strategie z. B. in Aktien investieren, die seit 12 Monaten ordentliche Kurszuwächse verzeichnen konnten. Die Idee dabei ist, dass dieser Trend weiter anhalten wird und Anleger auf diese Weise auf die "richtigen Pferde" setzen. Die Historie ist an der Börse jedoch ein schlechter Wegweiser für die Zukunft. Aktien die besonders gut gelaufen sind, können im nächsten Jahr die schlechtesten sein. Es gibt sogar antizyklische Strategien (z. B. Fallen Angels) die genau den umgedrehten Weg versuchen.

ETF-Beispiel:

  • Amundi ETF MSCI Europe Momentum Factor (WKN A2H59H)

Minimum Volatility / Low Volatility

Minimum Volatility ETFs werden manchmal auch Minimum Variance oder Low Volatility genannt. Bei dieser Strategie werden die Aktien von einem Index, z. B. MSCI World, nach ihren Kursschwankungen gefiltert. Am Ende soll eine List von sehr schwankungsarmen Unternehmen übrig bleiben die das ETF-Depot in Krisenzeiten ruhig halten und weniger stark fallen als ein normaler MSCI World ETF. Wie auch im Video gezeigt wird, hat das in der Vergangenheit sowohl bei Börsencrashes als auch bei stark steigenden Märkten sehr gut funktioniert. Der im Video gezeigte iShares MSCI World Minimum Volatility konnte den normalen iShares Core MSCI World weit hinter sich zurücklassen.

ETF-Beispiele:

  • iShares MSCI World Minimum Volatility (WKN A1J781)
  • Amundi ETF MSCI Europe Minimum Volatility (WKN A0RF45)

Dividend Factor

Mit dem Dividenden-Faktor sollen ETFs in die Aktien investieren, die eine besonders hohe Dividende in der Vergangenheit ausgeschüttet haben oder in der Zukunft wahrscheinlich viel zahlen werden. Zu den Dividend Aristocrats zählen z. B. üblicherweise nur diejenigen Aktien, die seit mindestens 25 Jahren die Dividende kontinuierlich steigern konnten. Bekannte Dividend-Faktor-Indizes sind der DivDax, EURO STOXX Select Dividend und der S&P Dividend Aristocrats.

ETF-Beispiele:

  • Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF (WKN A1T8FV)
  • Xtrackers Stoxx Global Select Dividend 100 Swap (WKN DBX1DG)

Quality Factor

ETFs, die auf den Quality Factor setze, suchen nach Aktien die sich zukünftig besonders gut entwickeln sollen. Dabei werden Kriterien wie die Profitabilität des Unternehmens und der Produkte geprüft, aber auch das Gewinnwachstum und der Cashflow.

ETF-Beispiele:

  • Fidelity US Quality Income (WKN A2DL7D)
  • Lyxor ETF SG Global Quality Income (WKN LYX0PP)

Growth Factor

Beim Growth Factor bilden ETFs einen Index ab, der auf Aktiengesellschaften mit einem sehr guten Gewinn- und Umsatzwachstum abbildet. Das Wachstum bezieht sich sowohl auf die Vergangenheit als auch auf die zu erwartende Zukunft.

ETF-Beispiele:

  • Deka STOXX Europe Strong Growth 20 (WKN ETFL03)
  • iShares Euro Total Market Growth Large (WKN A0HGV3)

Multi Factor

Multi Facotor ETFs kombinieren zwei oder mehr Faktoren, um die Stärken zu vereinen. So werden z. B. bei einem High Dividend Low Volatlity ETF nur die Aktien gekauft, die eine besonders hohe Dividende und geringe Kursschwankungen vorweisen können. Die ideale Cashflow-Maschine also. Maximale Ruhe fürs Depot und regelmäßige Divivdendenausschüttungen.

ETF-Beispiele:

  • Invesco S&P 500 High Dividend Low Volatlity (WKN A14RHD)
  • Lyxor JP Morgan Multi-Factor Europe Index (WKN LYX0T7)

Fazit

Die Wissenschaft ist sich uneinig darüber welchen Nutzen die jeweiligen Faktoren haben. Im Video haben wir gesehen, dass beim Beispiel MSCI World die Faktoren je nach Marktlage Überflieger oder Unterflieger sind. Nur wenige Faktoren - wie z. B. der Minimum Volatility Factor - haben in fast allen Marktphasen einen guten Eindruck hinterlassen. Grundsätzlich gibt es neben der wenig verlässlichen Performance auch noch ein anderes Problem bei Factor-ETFs: Die Kosten. Die TER ist im Prinzip immer teurer als bei den normalen, großen ETFs, da deutlich weniger Geld im ETF investiert ist und der Anbieter aber irgendwie seine Kosten decken muss.  Wer als Anleger also plant einen Factor-ETF zu kaufen, der sollte sich einen möglichst langen Zeitabschnitt ansehen und sich verschiedene Marktphasen anschauen.

Tipp: Bei der Consorsbank* gibt es mehr als 220 ETFs als komplett kostenlosen Sparplan. Darunter sind eine breite Palette ETFs von Anbietern wie iShares, Lyxor, db x-trackers, Amundi und BNP.

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