ETFs: Die beliebtesten Anlage-Strategien

ETFs: Die beliebtesten Anlage-Strategien

Das Weltportfolio

Das Weltportfolio ist der Klassiker unter den ETF-Strategien, da sie sich sehr gut mit passiven Indexfonds umsetzen lässt. Die Idee dahinter ist sein Geld so breit wie möglich über Kontinente und Börsenmärkte zu verteilen um eine gute Risikostreuung zu erzielen. Fallen beispielsweise die Aktien in Asien, steigen dafür vielleicht die Aktienkurse in Europa. Es gibt immer Länder und Kontinente die gerade im Minus sind und andere die im Plus sind. In solch einem Portfolio müssen nicht nur Aktien abgebildet werden. Auch Rohstoffe, Edelmetalle wie z. B. Gold und Immobilien können ein Depot ergänzen um das Risiko über weitere Assets zu verteilen.

Folgende Assets werden gerne als Bausteine für ein Weltporfolio herangezogen:

  • Aktien USA
  • Aktien Europa
  • Aktien Japan
  • Aktien Pazifik und Australien, ohne Japan
  • Aktien Schwellenländer (z. B. Russland, China, Indien und Korea)
  • Aktien Grenzmärkten / Frontier Markets (z. B. Afrika und Kuwait)
  • Immobilien
  • Rohstoffe
  • Gold
  • Aktien Nebenwerte / Small Caps

Der Begriff Weltportfolio prägt der Finanzguru Dr. Gerd Kommer in seinem Buch “Souverän investieren mit Indexfonds und ETFs: Wie Privatanleger das Spiel gegen die Finanzbranche gewinnen” ein. In dem Bestseller wirbt er für diese Art der Anlage, denn sie ist auch von wenig erfahrenen Privatanlegern sehr leicht umsetzbar. Grundlage ist die sog. Markteffizienzhypothese. Diese besagt, dass durch den immer schneller werdenden Informationsfluss der neuen Medien kein Marktteilnehmer einen dauerhaften Wissensvorsprung durch z. B. technische Analyse, Fundamentalanalyse und Insiderhandel hat um damit dauerhaft überdurchschnittliche Gewinne erzielen zu können. Denn jede öffentlich verfügbare Information wird sofort durch die Marktteilnehmer in den Aktienkurs mit eingepreist. Das Ziel ist nicht den Markt zu schlagen, sondern die durchschnittliche weltweite Marktperformance zu erzielen.

Ein Depot mit Sparplänen, die globale Aktienmärkte mit tausenden von Firmen abbilden, ist in wenigen Minuten eingerichtet.

So könnte ein Weltportfolio mit sechs Indexfonds aussehen:

  • STOXX Europe 600 25%
  • MSCI World 20%
  • MSCI Emerging Markets 20%
  • S&P 500 20%
  • MSCI Japan 10%
  • MSCI Pacific 5%

So könnte ein Weltportfolio mit drei Indexfonds aussehen:

  • MSCI World 50%
  • STOXX Europe 600 25%
  • S&P 500 25%

Die gewählten Indizes und Gewichtungen sollen keine Empfehlung darstellen, sondern sind lediglich eine grobe Orientierungshilfe. Die Sparraten sollten pro Fond mindestens 25-50 Euro betragen. Darunter lohnt es sich nicht und es wird sonst auch sehr schwierig eine Depotbank zu finden, die Sparpläne mit so kleinen Beträgen anbietet.

Wem mehrere Indexfonds trotzdem zu umständlich sind, der könnte als drastische Reduzierung nur einen ETF besparen, der den MSCI World Index nachbildet. Dieser Aktienindex enthält ca. 1600 globale Einzelwerte. Weniger Aktien und dafür zusätzlich sichere Rentenpapiere bietet der db x-trackers Portfolio Total Return UCITS ETF 1C(ISIN LU0397221945). Dieser Indexfond bildet ein global diversifiziertes Portfolio mit einem Aktienanteil von 50 bis 70% ab.

Selbst viele Robo Advisors basieren im Wesentlichen auf der Abbildung des globalen Weltaktienmarkts. Sie stellen für Anleger je nach persönlichem Risikoempfinden, privater finanzieller Lage und aktueller Marktlage ein Portfolio zusammen und versuchen die die Performance auf der Grundlage von Faktoren wie z. B. der Risikoabhängigkeit zwischen einzelnen Assets zu optimieren. Sie nutzen ETFs als kostengünstige und transparente Anlagevehikel um ihre Strategien umzusetzen. Umgesetzt werden diese dann nicht von Menschen, sondern rein computerbasiert.

Die Core-Satellite-Strategie

Bei der Core-Satellite-Strategie wird das Portfolio in zwei Bereiche untergliedert. In einen überwiegend rendiesicheren Kern (engl. Core) und in risikoreichere Einzelinvestments (Satellite). Der Core-Teil könnte z. B. ein gut diversifiziertes passives Weltportfolio wie oben beschrieben sein. Die Satelliten können einzelne Wertpapiere sein von denen man sich starke Renditen bei erhöhtem Risiko verspricht. Aber auch aktiv gemanagte Fonds, Smart-Beta-ETFs, ETCs, Immobilienfonds, Zertifikate, Wikifolios, Optionsscheine und andere eher spekulative Investments fallen darunter.

Der Core sollte den größeren Teil des Depots ausmachen. Als Faustregel gilt hier 80% Core und 20% Satellite.

Der regionale Ansatz

Ein nicht unerheblicher Teil der ETF-Sparer tendiert dazu den eigenen Heimatmarkt zu bevorzugen bzw. überzugewichten weil sie der Meinung sind, sie würden sich mit dem heimischen Aktienmarkt am besten auskennen. In Deutschland greifen die Anleger deshalb vor allem nach Produkten die DAX und MDAX abbilden. Ein Land kann natürlich für eine gewisse Zeit die restlichen Länder outperformen, jedoch ist es äußerst unwahrscheinlich, dass das für viele Jahre am Stück passiert. Durch die geringe Diversifikation ist ein solches Portfolio auch viel anfälliger für Schwankungen.

Es gibt aber auch durchaus prominente Verfechter des regionalen Ansatzes. Investment-Legende Warren Buffettmöchte nämlich, dass seine Frau nach seinem Tod 10% seines Vermögens in Anleihen steckt und die restlichen 90% komplett in einen kostengünstigen S&P 500 ETF.

Globalisierungsgewinner

Ähnlich beliebt bei der Depotzusammenstellung sind die Nationen die von der Globalisierung besonders profitieren. Dazu zählen die Industrieländer USA, Deutschland, Japan, Frankreich, England, China, Niederlande und Südkorea. Zusammen exportieren diese Ländere jedes Jahre mehrere Billionen Euro. Diese Global Player lassen sich außerdem leicht im eigenen Depot nachbilden, da es für sie eine Vielzahl an kostengünstigen ETFs gibt.

Die Dividendenstrategie

Während in den USA die Aktiendividenden eine untergeordnet Rolle spielen, sind die Deutschen verrückt nach ihr. Sie können neben der Kurssteigerung durch ihre regelmäßigen Ausschüttungen ein Investment versüßen. Auch diese Strategie lässt sich sehr leicht mit passiven Indexfonds verfolgen. Es gibt Dutzende ETFs, die in die dividendenstärksten Unternehmen global oder regional investieren.

Hier eine Auswahl an Titeln:

ETF-NameISINiShares STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF (DE)DE000A0F5UH1db x-trackers STOXX Global Select Dividend 100 UCITS ETF 1DLU0292096186WisdomTree Global Quality Dividend Growth UCITS ETF USD AccDE000A2AHL75

Gegen den Strom: Antizyklische Investments

Die meisten Anleger, die ihr Geld direkt in Aktien (also nicht in ETFs) investieren, setzen auf einige wenige Werte. Das sind meist populäre Aktien wo auch der Medientenor eindeutig ist: Jetzt kaufen. Wer allerdings mutig ist und auf unpopuläre Aktienwerte setzt, kann für dieses Risiko belohnt werden. Bankaktien sind seit der Finanzkrise eher verpönt. Wer sich dem Trend entgegen gestellt hat und sie trotzdem zu Tiefstkursen gekauft hat, kann sich heute über ordentliche Renditen freuen. Auf diese Art und Weise kann es auch mit ETFs funktionieren. Wer sehr risikobereit ist, kann antizyklisch agieren und auf ETF-Märke setzen, von denen die große breite Masse nichts hören und sehen will. Dieser Ansatz wird im englischen auch “Contrarian” genannt. Antizyklische Investments sind natürliche keine Selbstläufer. Es bedarf einen ausreichenden Zeithorizon um damit erfolgreich unterwegs zu sein. Denn eine Contra-Position muss sich entwickeln. Man sollte auch nicht sein ganzes Geld auf eine solche Position setzen sondern sie eher mit einer Core-Satellite-Strategie verbinden.

Die Antizyklik-Strategie an sich ist nicht neu. Viele bekannte Gesichter verdienen damit Millarden. George Soros, Jim Rogers, Marc Faber und natürlich die Anlegerlegende Warren Buffett, um nur einige zu nennen.

Auf Nachhaltigkeit setzen

Geld verdienen und gleichzeitig Natur, Gesellschaft und Menschen retten? Das versprechen zumindest nachhaltige ETFs. Aus einem anfangs kleinen Spezialbereich der ETFs wächst zunehmend ein handfester Trend. Was sich dahinter verbirgt und welche umweltfreundlichen ETFs es gibt, haben wir in einem anderen Blogbeitrag erörtert. Diesen gibt es hier zu lesen.

Den richtigen Einstiegszeitpunkt finden

Das Problem des richtigen Einstiegs in den Börsenmarkt kennt jeder ETF-Anleger. Ist der Markt gut gelaufen, tendiert man dazu Angst vor einem Absturz zu haben und wartet lieber ab. Nur leider steigen die Kurse dann oftmals ohne einen weiter und man ärgert sich. Sind die Aktienkurse stark gefallen, haben unerfahrene Anleger Angst vor weiteren Kursabstürzen. Grundsätzlich gilt: Umso länger die geplante Haltedauer von ETFs oder Aktien beträgt, desto unwichtiger ist es den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Denn selbst sofortige Verluste von einigen Prozentpunkten werde bei einem Anlagehorizont von mehreren Jahren in einem bullischen Markt wieder aufgeholt. Dennoch gibt es eine Strategie die den Einstieg auch für unerfahrene Anleger deutlich leichter macht.

Sparplan: Cross-Average-Effekt

Sparplananleger investieren in regelmäßigen Abständen - meist monatlich - eine feste Summe. Dadurch erhalten sie einen guten Durchschnittskurs der bei langfristig steigenden Märkten einen nicht unerheblichen Gewinn generieren kann. Sind die Aktienkurse hoch, werden weniger ETF-Anteile gekauft. Sind die Kurse niedrig, wandern monatlich dementsprechend mehr Anteile ins Depot. Umso länger die ETF-Anteile gehalten werden, desto mehr zahlt sich der Durchschnittskurs aus.

Dieser sog. Cross-Average-Effekt eignet sich aber nicht nur für Sparpläne. Denn auch beim einmaligen Anlegen einer größeren Summe kann es sinnvoll sein, das Geld über einen Zeitraum von 6-12 Monate aufzuteilen um das Risiko eines schlechten Zeitpunktes zu reduzieren. Um es sich einfacher zu machen kann man ein Depot bei einem Online-Broker eröffnen und per Sparplan das Geld monatlich abbuchen und in ETFs investieren lassen. Wenn dann das Kapital nach einigen Monaten komplett investiert wurde, löscht bzw. deaktiviert man den Sparplan wieder. Beim Löschen eines Sparplans werden die erworbenen ETF-Anteile nicht automatisch verkauft. Auf diese Weise erspart man sich die monatlichen händischen Investments.

Drawdown-Investments

Statt zu regelmäßig festen Zeiten zu investieren, wird beim Drawdown-Investieren immer dann Geld in einem Wertpapier angelegt, wenn es einen Rücksetzer von mehreren Prozentpunkten an einem einzigen Tag erlitten hat. Die Beobachtung zeigt, dass an der Börse einzelne Aktien, Sektoren oder gar Länder bei schlechten Zahlen oder anderen schlechten Nachrichten schnell zu hart abgestraft werden und sich dann aber relativ schnell wieder erholen. Der Vorteil bei dieser Strategie ist, dass hier ein Überrendite erzielt werden kann wenn man diese Überreaktion ausnutzt. Der Nachteil ist, dass sie aufgrund der täglichen Recherche zeitintensiver ist als ein monatlicher Sparplan.

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Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. ETFs24 haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.


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