ETF auf Osteuropa: Wachstumspotential vor der Haustür

ETF auf Osteuropa: Wachstumspotential vor der Haustür

Möchten Sie vom Wachstum in aufstrebenden Nationen profitieren, können Sie in einen ETF auf den MSCI Emerging Markets investieren. Er bildet die Wertpapiere der größten Unternehmen aus Entwicklungs- und Schwellenländern ab. Sie müssen jedoch nicht immer in die Ferne schweifen, denn auch Russland und Osteuropa sind von Wachstum geprägt und werden für Anleger immer interessanter.

Mit einem ETF von der Entwicklung in Russland und Osteuropa profitieren

In erster Linie ist es wichtig, einen Blick darauf zu werfen, was mit Osteuropa gemeint ist und welche Länder im Osteuropa-MSCI-Index übergewichtet sind.

Russland dominiert diesen Index und seinen nachfolgenden Osteuropa-ETF mit einem Anteil von 60%. An zweiter Stelle steht Polen mit einem Anteil von 30%. Dies lässt nicht viel Raum für Unternehmen aus anderen Ländern. Ungarn und die Tschechische Republik müssen sich mit nur wenigen Stücken dieses regionalen Marktindexes zufrieden geben.

Betrachtet man diesen osteuropäischen ETF aus geographischer Sicht, so wird man ein Gefühl des Ungleichgewichts hinterlassen. Auf der anderen Seite ist es völlig verständlich, dass dieser Osteuropa-ETF geographisch nicht ausgewogen ist.

Ein einzelnes börsennotiertes Unternehmen muss eine angemessene Marktkapitalisierung aufweisen, um in einen Osteuropa-ETF aufgenommen zu werden. Und genau das ist der Grund, warum Sie in diesem regionalen ETF keine Unternehmen aus kleineren osteuropäischen Ländern finden werden.

Wenn wir diesen osteuropäischen ETF aus dem Blickwinkel des Marktsektors betrachten, dann stoßen wir auch auf einige Ungleichgewichte. Der Energiesektor dominiert diesen ETF mit einem Gewicht von 40%, der Finanzsektor folgt mit einem Gewicht von 30% (ein gemeinsamer Anteil für diesen wichtigen Sektor). Die anderen 30% sind gut auf die verschiedenen Marktsektoren verteilt.

Wenn Sie in diesen speziellen regionalen Osteuropa-ETF investieren wollen, müssen Sie bedenken, dass Sie auch stark in Russland und im Öl- und Gasmarktsektor engagiert sind. Daran ist nichts auszusetzen, aber es ist wichtig, diesen Punkt zu betonen.

ETFs werden inzwischen auf zahlreiche Indizes mit Ländern aus der ganzen Welt angeboten. Wird ein Index mit Aktien großer Unternehmen führender Industrienationen abgebildet, verspricht das eine attraktive Rendite. Sie können auch in ETFs auf Entwicklungs- und Schwellenländer investieren und vom Wirtschaftswachstum in diesen Ländern profitieren. In solchen ETFs können Russland und Osteuropa bereits enthalten sein. Es gibt jedoch auch ETFs, die speziell die Entwicklung in Unternehmen unserer osteuropäischen Nachbarn abbilden. Die Investition in einen solchen ETF kann interessant sein, doch ist sie nicht ohne Risiko.

Ein Beispiel ist der iShares MSCI Eastern Europe Capped UCITS ETF. Er existiert seit November 2005 und ermöglicht den Zugang zu Aktien aus Schwellenländern in Osteuropa. Unternehmen sind aus verschiedenen Branchen vertreten, darunter Energie, Finanzen und Materialien. Einen wichtigen Platz nimmt Russland mit Gazprom ein. Weitere enthaltene Länder sind

  • Tschechien
  • Polen
  • Ungarn.

Es handelt sich um einen ausschüttenden ETF, bei dem die Dividendenausschüttung vierteljährlich erfolgt. Das Fondsvolumen liegt bei 311 Millionen Euro.
Darüber hinaus gibt es noch weitere ETFs für osteuropäische Länder.

Warum sich die Investition in Russland und Osteuropa lohnen kann

Osteuropa und Russland haben ein hohes Potential für Investoren. In Polen, Tschechien, Estland, Litauen oder Lettland sind die Lebenshaltungskosten deutlich niedriger als in Deutschland. Das macht diese Länder für Investoren aus westlichen Ländern, darunter aus Deutschland, interessant. Der Osteuropa-Index MSCI Eastern Europe, der die Entwicklung in osteuropäischen Ländern abbildet, muss einen Vergleich mit dem Euro STOXX 50 nicht mehr scheuen. Vom Wachstum in den osteuropäischen Ländern ist auch der Internationale Währungsfonds (IWF) überzeugt. Er geht für 2020 von einem stärkeren Wachstum in den osteuropäischen Ländern als in Deutschland und anderen westeuropäischen Ländern aus. Die Slowakei verzeichnet aktuell das stärkste Wachstum aller Euroländer, nach Malta.
Auch in den baltischen Staaten sind neue Wege und der Ausbau der Infrastruktur an der Tagesordnung. Litauen, Lettland und Estland konnten in der letzten Zeit Investoren für sich gewinnen.

Ein ETF auf Länder in Osteuropa ist gut geeignet, um am Wirtschaftswachstum in diesen Ländern zu profitieren. Solche ETFs werden mit und ohne Russland angeboten. Möchten Sie hingegen nur in Russland investieren, können Sie sich für einen ETFauf den MSCI Russia entscheiden.

Das Risiko im Blick

Ein ETF auf Osteuropa oder Russland kann zwar eine gute Wertentwicklung versprechen, doch sollten Sie das Risiko nicht vergessen. Sie sollten daher einen solchen ETF eher als Beimischung für Ihr Portfolio verwenden. Die Entwicklung zeigt, dass bereits verschiedene ETFs auf diese Länder liquidiert wurden, da sie nicht wirtschaftlich genug waren. Es ist also möglich, dass Sie hohe Verluste erleiden und nur noch einen Teil dessen, was Sie eingezahlt haben, ausgezahlt bekommen.
Aktien aus Osteuropa und Russland können von stärkeren Kursschwankungen geprägt sein als Aktien von westeuropäischen oder US-amerikanischen Unternehmen. Die Länder sind trotz einer guten wirtschaftlichen Entwicklung anfälliger für Schwankungen. Das wirkt sich auch auf die Wertentwicklung bei einem ETF auf diese Länder aus. Schnell können Investoren wegbrechen. Das kann sich düster auf die Wirtschaft im jeweiligen Land auswirken. Investoren bemängeln auch die fehlende Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Forschung in diesen Ländern.

Was Sie bei einem ETF auf Osteuropa oder Russland beachten sollten

Es gibt inzwischen ETFs auf einzelne Länder in Osteuropa, beispielsweise auf Bulgarien oder Polen. Solche ETFs haben noch ein geringes Fondsvolumen und bieten keine breite Risikostreuung. Ein weiterer Nachteil sind die hohen laufenden Kosten, die bei 1,38 Prozent liegen.  

Ein ETF auf Russland kann eine breitere Risikostreuung bieten, da eine größere Zahl an Unternehmen enthalten ist. Einen solchen ETF können Sie auf den MSCI Russia mit Aktien der größten russischen Unternehmen oder den MSCI Russia IMI mit Aktien größerer, mittlerer und kleinerer russischer Unternehmen auswählen.
ETFs auf Osteuropa werden mit und ohne Russland angeboten. Die ETFs auf Länder ohne Russland erkennen Sie am Zusatz ex Russia. Ein solcher ETF ohne Russland ist der Amundi MSCI Eastern Europe ex Russia UCITS ETF EUR. Mit 29 Millionen Euro hat er nur ein geringes Fondsvolumen. Hier besteht also die Gefahr, dass er aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit liquidiert wird. Etwas besser sieht der  Fonds von Lyxor aus:

Der Lyxor MSCI Eastern Europe Ex Russia UCITS ETF - Acc ist ein UCITS-konformer börsengehandelter Fonds, der den MSCI EM Eastern Europe ex Russia Net Total Return EUR Index nachbilden soll. Der Index soll die Wertentwicklung von drei Schwellenländern in Osteuropa (Polen, Ungarn und die Tschechische Republik) darstellen, die jeweils etwa 85% des Aktienuniversums des Landes abdecken.

Sie sollten sich gründlich über die Wertentwicklung informieren. Viele ETFs auf Osteuropa sind sparplanfähig. Bei einem Sparplan sollten Sie nur eine geringe Sparrate festlegen, um nicht zu viel aufs Spiel zu setzen.

Russland ist zwar nicht mehr so groß wie früher, sowohl was die Größe als auch was die Statur betrifft, aber das bedeutet nicht, dass es keine Investitionsmöglichkeiten innerhalb des Landes gibt.

Vor- und Nachteile von Russland-ETFs

Russische ETFs können zur Diversifizierung eines Portfolios verwendet werden, das ein gewisses internationales Engagement erfordert, zur Absicherung von länderspezifischen Risiken russischer Investitionen, wie z.B. Änderungen des russischen Rechts, oder sogar als Währungs- oder Zinssatzspiel auf den Rubel eingesetzt werden.

Einer der besten Vorteile von ETFs ist die Möglichkeit, in bestimmte Märkte (wie Russland) einzusteigen, ohne sich mit Aktien aufzuladen oder sich mit der Preisgestaltung von Indexkörben herumzuschlagen. Stattdessen können Sie sich mit einer einfachen Transaktion sofort auf den russischen Märkten engagieren. Für diejenigen, die in Russland investieren müssen, könnte ein ETF also sinnvoll sein.

iShares MSCI Russia ETF Performance seit 2016

Leider gibt es nicht viele russische Fonds, aus denen man wählen kann, aber diese Liste könnte im Laufe der Jahre wachsen, wenn ausländische ETFs an Popularität gewinnen. Und während diese Liste russischer ETFs kurz ist, können Anleger auch BRIC-ETFs für ein Engagement in Russland in Betracht ziehen. Sie können auch die BRIC-ETFs in Betracht ziehen, die nicht nur russische Vermögenswerte und ETPs, sondern auch Brasilien, China und Indien umfassen. Die BRIC-Region umfasst Brasilien, Russland, Indien und China (ergo das Akronym). Während es für jedes dieser Länder spezifische ETFs gibt, sind die BRIC-ETFs im Laufe der Jahre populär geworden.

Die BRIC-Investitionen entstanden, weil die vier Länder in Bezug auf Größe und wirtschaftlichen Status ähnlich sind und als Schwellenländer betrachtet werden. Und obwohl sich dies im Laufe der Jahre geändert hat, ist es immer noch eine beliebte Gruppierung für Anleger, insbesondere für ETF-Anleger.

Die russischen ETFs beabsichtigen, breite Marktdurchschnittswerte in Russland zu replizieren. Das investierte Vermögen kann einen hohen Anteil der Nettomarktkapitalisierung von öffentlich gehandelten russischen Aktien ausmachen. Russische ETFs bieten Anlegern ein Engagement in einem der bevölkerungsreichsten Länder der Welt, das eine relativ neue Marktwirtschaft auf der globalen Bühne darstellt.

Ein Russland-ETF ist eine Möglichkeit für Anleger, ein Engagement in einem bedeutenden Schwellenland zu erwerben. Als eine der Komponenten der BRIC-Länder können Anleger Russland zusammen mit Brasilien, Indien und China über sechs ETFs an den US-Börsen handeln. Von den derzeit verfügbaren ETFs sind drei großkapitalisierte Fonds, die sich auf ein breites Engagement konzentrieren, zwei bieten ein gehebeltes und inverses Engagement und einer ist ein Small-Cap-Fonds.

Die größten Fonds bieten ein erhebliches Engagement im Energiesektor, der sich volatil verhalten kann. Russlands Erdgaskonglomerat, Gazprom PJSC ADR, hat das größte Gewicht aller Komponenten im Index und wird zur Berechnung der Preise für fremdfinanzierte und inverse Fonds verwendet. Der Small-Cap-Fonds bietet Anlegern eine Möglichkeit, ein Engagement in dem Erdgasgiganten zu vermeiden.

Eine weitere Möglichkeit für Anleger, Russland in ein Portfolio aufzunehmen, wäre die Investition in BRIC-ETFs, die durch ausgewählte Wertpapiere vom Wachstum Russlands sowie der wichtigsten Konkurrenten aus den Schwellenländern profitieren wollen.

Russland-ETFs und ihr Risiko

Jede Investition in einem aufstrebenden Markt wie Russland ist mit zusätzlichen Risiken verbunden. Russland ist einer der einflussreichsten Schwellenmärkte der Welt, aber russische Aktien haben sich nicht immer gut entwickelt, da sie von einer langen Geschichte geopolitischer Instabilität und Skandalen geplagt sind. Darüber hinaus macht die Abhängigkeit vom Energiesektor und insbesondere vom Öl den Markt anfällig für Volatilität.

Was die Marktteilnehmer jedoch oft begeistert, ist der Reichtum des Landes an natürlichen Ressourcen, einschließlich seines Ölmarktes. Vor allem ist Russland eines der größten erdölproduzierenden Länder der Welt, das nicht Mitglied der Organisation der erdölexportierenden Länder (OPEC) ist, aber die Wirtschaft hat mehr zu bieten als nur Öl. Holz, Metalle und Diamanten sind auch in Russland starke Märkte. Auf makroökonomischer Ebene hat Russland in der Regel auch eine starke außenwirtschaftliche Vermögensposition und eine niedrige Staatsverschuldung. Im Allgemeinen gibt es gute Gründe, russische ETFs in Betracht zu ziehen, da sich das Land weiterhin aus der Sowjet-Ära heraus entwickelt.

Fazit: Wachstumspotential mit Risiko

Ein ETF auf Russland oder Osteuropa kann ein großes Wachstum in kurzer Zeit bieten, doch sollten Sie das Risiko nicht vergessen. Diese Länder sind von stärkeren Schwankungen betroffen als westliche Länder. Brechen Investoren weg, kann das zu drastischen Kursverlusten in diesen Ländern führen.

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