Wie funktioniert Chart-Analyse?

Wie funktioniert Chart-Analyse?


Die Chartanalyse gehört zu den wichtigsten technischen Analysemethoden an der Börse. Mit ihr lassen sich Kursverläufe von Aktien, Futures, Devisen, Indizes, Rohstoffen und vielen weiteren Instrumenten analysieren. Mit der Charttechnik werden historische Kursverläufe visuell dargestellt und mit Linien und Kurven analysiert. Der Grundsatz auf dem die Chartanalyse aufbaut, dass sich die Vergangenheit wiederholt, wird gerne diskutiert.

Die Chartanalyse verfolgt drei Prämissen:

  1. In den Charts die aus Kursdaten bestehen, sind alle betriebswirtschaftlichen, politischen, psychologischen und globalen volkswirtschaftlichen Nachrichten und Faktoren eskomptiert.
  2. Historische Markbewegungen wiederholen sich. Streng genommen werden viele Ereignisse nicht ein zweites Mal auftreten. Deswegen sollte man hier von Markbewegungen ähneln sich sprechen.
  3. Märkte bewegen sich in Trends: Alle Märkte, ob Finanzmärkte, Rohstoffmärkte oder Devisenmärkte bewegen sich nachweislich in Trends. Jedoch entscheidet jeder subjektiv, welcher Trend vorherrscht.

Schon die chinesischen Bauern führten Chartanalysen durch

Bereits die Chinesen haben vor einigen Jahrhunderten erkannt, dass sich Kursverläufe an den Märkten des Öfteren wiederholen. Sie haben Charts bereits ohne Computer auf Papier festgehalten. Die an der Börse bzw. Märkten agierenden Teilnehmer verhalten sich nach psychologischen Mustern, die durch Angst und Gier geschürt werden. Die daraus resultierenden Erfahrungen, haben über einen langen Zeitraum, die Chartanalyse entstehen lassen. Trotz aller Definitionen von bekannten Analysten ist und bleibt die Chartanalyse ein subjektives Mittel, um Märkte und deren Bestandteile richtig einzuschätzen.

Computer ermöglichten Entwicklung der Chartanalyse

Seit dem Siegeszug der Computer in den 80er und 90er Jahren wurde die Charttechnik immer mehr Marktteilnehmern zugänglich gemacht. Die visuelle Aufbereitung der zu analysieren Werte konnte immer einfacher vorgenommen werden. Ein Aktienchart kann man z.B. als Tick-Chart, Min-Chart, Stunden-Chart und Wochen-Chart darstellen. Dies ermöglicht innerhalb der einzelnen Zeitintervalle Analysen durchzuführen. Die am meisten und dadurch am bekanntesten Zeitintervalle sind der Tick-Chart, 5min-Chart, 15min-Chart, Stundenchart und der Tageschart. Unterschiedliche Zeitintervalle bei der Kurs-Visualisierung durch Charts

Tick-Charts bilden den kleinstmöglichen Zeitintervall ab. Mit ihnen wird jeder einzelne Kursumsatz an der Börse im Chart dargestellt. Tick-Charts können lediglich als Linienchart abgebildet werden, da sie keine Hoch-, Tief-, Eröffnungs- und Schlusskurse besitzen.

Minutencharts können bereits ab einer Minute visualisiert werden. Der kleinste Zeitintervall besteht aus einer Minute und beinhalten den Hoch-, Tief-, Eröffnungs- und Schlusskurs einer Minute. Oft verwendete Minuten-Charts sind der 5min, 15min, 30min und 60min-Chart. Stundencharts stellen im kurzfristigen Börsenhandel eine eher langfristige Visualisierung dar. Kauf- oder Verkaufssignale aus diesem Zeitintervall ziehen länger anhaltende Folgen nach sich.

Wochencharts visualisieren den gesamten Kursverlauf einer Woche durch einen einzelnen Kurs im Chart. Wochencharts werden vor allem bei langfristigen Chartanalysen herangezogen. Wichtig ist bei Wochencharts die langfristige Historie der Kursdaten, um einen ausreichend langen Chart abbilden zu können. Monats- und Jahrescharts gehören zu den besonders langfristigen Zeitintervallen. Für langfristige Intervalle müssen beim Kursdatenanbieter ausreichend Kursdaten zur Verfügung stehen, damit ein analysefähiger Chart vorliegt. Die Chartanalyse gliedert sich in Trendanalyse und Formationsanalyse Trendanalysen und Formationsanalysen gehören zu den wichtigsten Bestandteilen der Charttechnik. Der Chartanalyst geht davon aus, dass alle Ereignisse und Nachrichten in den Kursen enthalten sind. Der aktuelle Trend spiegelt die gesamte Meinung der Marktteilnehmer wider. Genauere Ansichten liefern die Formationsanalysen mit der aus historischen Erfahrungen die zukünftige Entwicklung abgeleitet werden soll.

Bei Fonds, ETFs und ETCs reichen Wochencharts völlig aus, sofern mittelfristig bis langfristig eine Position gehalten werden.

Die Trendanalyse

Bei der Trendanalyse wird der zu untersuchende Wert auf die aktuell herrschende Trendrichtung analysiert. Es gibt drei ausschlaggebende Trendrichtungen, die in allen unterschiedlichen Zeitintervallen auftreten können. Dazu zählen der Aufwärtstrend, Seitwerttrend und der Abwärtstrend. Bei der genauen Analyse spielen vor allem die Zeitintervalle eine große Rolle. Bei einer Aktie können verschiedene Trends in den einzelnen Intervallen auftreten. Bei der Trendanalyse sucht man Hoch- und Tiefpunkte innerhalb eines gewünschten Zeitintervalls heraus. Es werden lediglich Hochpunkte und jeweils die Tiefpunkte miteinander verbunden. Die Punkte verbindet man mit einer Linie. Ergeben diese Linien eine aufwärtsgerichtete Trendlinie, so redet man von einem Aufwärtstrend. Bei abwärtsgerichtete Linien herrscht ein Abwärtstrend vor. Bereiche im Chart wo es keine großen Unterschiede zwischen Hoch und Tiefpunkte gibt, deuten in der Regel auf einen Seitwärtstrend hin. Es gibt neben den Standard-Trendlinien, auch die „Inneren Trendlinien“ und „Gleitende Durchschnitte“. Die Trendbestimmung bedarf ein wenig Übung und ist somit als subjektiv einzuschätzen.

Auf Trends trifft man überall im täglichen Leben wie z.B der Modebranche, im Musikbusiness, den Wettertrends und Preistrends an den Börsen auf der ganzen Welt. Der Erfolg vieler Experten, Manager und Analysten basiert auf die richtige Einschätzung zukünftiger Trends. Sie verfolgen die Grundannahme, das Trends durch Angebot und Nachfrage gebildet werden.

Da Trends sich laufend verändern, ist es nicht einfach, fortlaufend die richtigen Entscheidungen zu treffen. Wo man Zahlen wie Preise, Absatzzahlen und andere statistische Zahlen heranziehen kann, lassen sich Trendanalysen durchführen. Börsenanalysten welche die technische Analyse zum Aufspüren von Trends bevorzugen, nutzen tägliche Preisdaten der Käufe und Verkäufe von Aktien, Anleihen, Futures und Optionen an den Börsen, für ihre Prognosen.

Grundsätzliche Trendarten - Grundtendenzen

Seit dem Siegeszug der Computer in den 80er und 90er Jahren, lassen sich historische und aktuelle Trends durch Preisdaten visuell einfacher darstellen. Technische Analysten die auf der Suche nach lukrativen Chancen an den Märkten sind, setzen vermehrt die Trendanalyse ein. Verbunden mit Charts können relativ einfach Trendbestimmungen vorgenommen werden. Trendanalysten unterscheiden drei Haupttrends (Primäre Trends):

  • 1. Aufwärtstrends (höhere Hochs und Tiefs)
  • 2. Abwärtstrends (tiefere Tiefs und Hochs)
  • 3. Seitwärtstrends (abwechselnde Kursbewegungen innerhalb einer Kursspanne)


Formationsanalysen

Die Formationsanalyse geht genau ins Detail. Mit ihr versucht ein Analyst die momentane Situation zu untersuchen. Unterschiedliche Formationen die in den letzten Jahrzehnten auffällige Kursbewegungen nach sich zogen, sind da in den Blickpunkt geraten. Man spricht hier gerne von Dreiecken, Schulter-Kopf-Schulter, W-Formation und vielen weiteren Formationsmöglichkeiten. Die einzelnen Formationen können in Verbindung mit Umsatzzahlen interessante Hinweise auf zukünftige Kursbewegungen liefern.

Die wichtigsten Chartformationen

Es gibt diverse Chartmuster die sich in den letzten Jahrzehnten entwickelt haben. Einige werden mit unterschiedlichen Beschreibungen in Büchern oder auf Seminaren vermittelt. Sie spiegeln aber in der Regel das gleiche Marktgeschehen wider.

Zu den wichtigsten und damit bekanntesten Formationen gehören:

  • Dreiecke & Keile
  • Rechtecke (Leisten)
  • W-Formationen
  • M-Formationen (Doppeltop)
  • Flaggen & Wimpel
  • V-Formationen
  • Gaps (Kurslücken)

Wer mehr Informationen über die Kurse seiner Aktie, als den einzelnen Tages- oder Schlusskurs aus der Tageszeitung haben möchte, der kann auf historische Kurse zurückgreifen. Der einzelne Kurs sagt dem Anleger nicht viel über die Entwicklung der Aktien in der Vergangenheit aus. Einige Daten- und Softwareanbieter, stellen dem interessierten Anleger, teilweise kostenlose Chartsoftware oder Börsensoftware zur Verfügung. Mit einer Chartsoftware können Anleger historische Kursreihen gewünschter Aktien aufrufen und diese bei Bedarf, visuell auf die eigenen Bedürfnisse anpassen. Die Kursdaten von Aktien können nach unterschiedlichen Methoden visualisiert werden. Dadurch erhält der Benutzer mehr Informationen über das Marktgeschehen seiner Investitionen.

Aktien mit einer Chartsoftware darstellen

Mit einer Chartsoftware können unterschiedliche Kurs-Darstellungsformen genutzt werden. Als eine der bekanntesten und einfachsten Chartformen, ist der Linienchart zu nennen. Balkencharts, Kerzencharts (Candlestick-Charts) und Point and Figure-Charts, sind ebenfalls sehr verbreitet und bieten dem Aktienanleger deutlich mehr Informationen. Jede Chartsoftware kann unterschiedliche Zeitperioden darstellen. Beliebte und damit weit verbreitete Zeitperioden sind: Ticks, Minuten, Stunden, Tage, Wochen und Jahre. Man spricht dann auch z.B. von Minutencharts oder Stundencharts. Bei Tickcharts wird lediglich, jeder einzelne Umsatz (Tick) der Aktien angezeigt. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass jede Chartform seine Vor- und Nachteile aufweist. Es hängt vom persönlichen Geschmack des Anlegers ab, welche Chartsoftware und Chartform letztendlich für ihn infrage kommt.

Der Linienchart

Liniencharts gehören wohl zu den ältesten und einfachsten Chartarten. Ein Linienchart entsteht durch das Verbinden der einzelnen Aktien-Kurse . Die Kurse im Linienchart, werden miteinander verbunden und ergeben eine nach rechts verlaufende Linie. Bei dem Verbinden der Kurspunkte, wird immer je Zeitperiode, ein Kurs mit dem folgenden Kurs verbunden. Die sich daraus ergebene Linie, ist aufgrund der Übersichtlichkeit der Liniencharts, besonders beliebt. Leider kann pro Zeiteinheit (Tick, Minute, Stunde, Tag, Woche ) nur ein Kurs herangezogen werden. Liniencharts stellen damit lediglich das Verhältnis der einzelnen Eröffnungskurse oder Schlusskurse gegenüber und sind dadurch in ihrer Aussagefähigkeit beschränkt. Sie eigenen sich daher hauptsächlich für oberflächliche Analysen oder für Chartansichten, bei denen ein besonders schneller Überblick im Vordergrund steht.

Balkenchart - Barchart

Balkencharts werden durch einen senkrechten Balken dargestellt. Mit dieser Chartart können Anleger den Eröffnungskurs, Schlusskurs, Höchstkurs und Tiefstkurs der Aktien innerhalb einer Zeitperiode darstellen. Der Eröffnungskurs wird linksseitig und der Schlusskurs rechtsseitig, mit einem waagerechten Häkchen gekennzeichnet. Beliebte Farbdarstellungen innerhakb einer Chartsoftware sind grüne Balken und rote Balken. Wobei grün für steigend und rot für fallende Balken steht.

Japanische Candlestick-Charts

Japansiche Candlestick-Charts (Kerzencharts), wurden bereits vor einigen Jahrhunderten von japanischen Reishändlern verwendet. Sie versuchten schon damals, durch eine optische Darstellung, Kursverläufe unterschiedlicher Reissorten besser nachzuvollziehen. Zwar mussten die Candlesticks früher auf Papier gezeichnet werden, aber liefern auch heutzutage Informationen über Höchst- und Tiefstkurs, sowie über Eröffnungskurs und Schlusskurs. Eine Candle (Kerze) besteht aus einem Körper, der die Differenz zwischen Eröffnungs- und Schlusskurs widerspiegelt. Der Docht oder Lunte bilden jeweils den Höchst- und Tiefstkurs einer Zeitperiode. Die unterschiedlichen Farben, bei steigenden und fallenden Kerzen, sind besonders wichtig. Rote Kerzen stehen für fallende und weiße Kerzen für steigende Kurse. Im Zusammenhang mit einer Chartsoftware, sind Candlesticks einfach darzustellen und optisch zu bevorzugen.

Aktienkurse: Realtime oder Neartime?

Welche Aktienkurse benötigt werden, hängt von dem Anlagehorizont des einzelnen Anlegers ab. Besonders kurzfristig orientierte Anleger, werden Realtime-Aktienkurse bevorzugen, da diese den aktuellen Aktienkurs an der Börse real abbilden. Diese Kurse sind für Anleger wichtig, die mehrmals täglich oder wöchentlich ihre Aktien kaufen und wieder verkaufen. Sie sind dadurch immer auf dem Laufenden und wissen jederzeit welche Aktienkurse für deren Aktien, an den Börsen bezahlt werden.

Realtimekurse sind in der Regel kostenpflichtig und müssen über einen Datenlieferanten zur Verfügung gestellt werden. Im Internet gibt es diverse Aktienkurs-Lieferanten die Realtime-Kurse aller gewünschten Aktien kostenpflichtig anbieten. Neartime (zeitnahe) Aktienkurse können bei einigen Finanzportalen unter der Prämisse sich anmelden zu müssen, kostenfrei bezogen werden. Die Aktienkurse sind dann 15 Minuten verzögert und übermitteln dem Anleger nur den verzögerten Aktienkurs seiner Aktien.

Neartimekurse reichen Anlegern aus, die nur ab und zu die Aktienkurse für ihr Portfolio überprüfen möchten. Es gibt auch einige Chartsoftware Anbieter deren Software man in Verbindung mit Neartime-Aktienkursen kostenfrei nutzen darf.

Besonders Anleger die ihre Depots/Portfolios rein auf aktiv gemanagten Fonds oder passiven Fonds wie ETFs und ETCs aufbauen, sollten mit Neartimekursen gut beraten sein. Bei einem wöchentlichen oder gar monatlichen Blick ins Depot sind diese Kurse mehr als ausreichend. Ein zu häufiger Blick schadet im Schnitt den Anlegern mehr als das er hilft da es zu emotionsgetriebenen Aktionen führen kann.

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