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Was bedeutet UCITS bei ETFs?

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Hast Du Dich schon näher mit dem Thema ETF beschäftigt, wird Dir aufgefallen sein, dass die Namen dieser Fonds mitunter richtig lang sind. Häufig tritt die Bezeichnung UCITS auf. So gut wie nicht ist die Bezeichnung OGAW zu finden. Was bedeuten diese Abkürzungen?

Was bedeutet UCITS bei ETFs?

Was bedeuten die Abkürzungen in einem ETF-Namen?

Sicher wird Dir schon aufgefallen sein, dass die ETF-Namen eine ziemlich komplexe Struktur haben. Ein solcher Fondsname setzt sich aus mehreren Bezeichnungen zusammen. Am Beispiel eines Fonds sollen die verschiedenen Bestandteile eines Namens näher erläutert werden. Für die Erläuterung eignet sich ein Fonds auf den deutschen Leitindex DAX vom Marktführer iShares:

iShares Core DAX UCITS ETF (DE)

Zuerst erscheint der Name des Anbieters. In diesem Fall ist es iShares. Weitere Anbieter können Lyxor, Amundi, Xtrackers, Vanguard, Franklin Templeton oder WisdomTree sein.

Die Bezeichnung Core bezieht sich nicht auf den Index, sondern ist eine spezielle Bezeichnung des Anbieters iShares. Core ist das englische Wort für Kern. Der Anbieter iShares bündelt unter der Bezeichnung Core 14 ETFs für europäische Anleger. Diese Fonds mit der Bezeichnung Core sind zumeist schon über längere Zeit handelbar. Alle diese Core-ETFs haben gemeinsam, dass sie vollständig physisch replizieren. Sie kaufen also alle im Index gelisteten Titel.

DAX ist die Bezeichnung für den mit dem ETF abgebildeten Index. Das könnte auch der S&P 500, der MSCI World oder der MSCI Emerging Markets sein.

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Die Abkürzung UCITS soll noch genauer erläutert werden. Anstelle von UCITS könnte auch die Bezeichnung OGAW stehen. Darüber hinaus gibt es noch weitere solcher Bezeichnungen, beispielsweise SICAV oder OEIC. Schließlich tritt im Namen des Fonds noch die Bezeichnung ETF für Exchange Traded Funds auf, die besagt, dass es sich um einen börsengehandelten Fonds handelt.

Die Bezeichnung (DE) gibt Auskunft darüber, dass der Fonds in Deutschland aufgelegt wurde.

Schließlich solltest Du noch die Wertpapiernummer kennen, wenn Du in einen ETF investieren möchtest. Im Beispiel ist das

ISIN DE0005933931, WKN 593393

ISIN ist die internationale Kennnummer, während WKN die Abkürzung für Wertpapierkennnummer ist und bei in Deutschland gehandelten Wertpapieren angegeben wird. Du musst die ISIN oder die WKN angeben, wenn Du Wertpapiere erwerben oder verkaufen möchtest.

Was bedeutet nun UCITS?

Die Abkürzung UCITS findest Du bei jedem in Europa handelbaren ETF. Aus dieser Bezeichnung gehen die regulatorischen Merkmale des Fonds hervor. UCITS ist die Abkürzung für Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities. Der ETF muss besondere Anforderungen erfüllen, um den UCITS-Bedingungen zu entsprechen. Das deutsche Pendant für diese Abkürzung ist OGAW, was Organismus für gemeinsame Anlage in Wertpapieren bedeutet. Allerdings gelten für die Fonds internationale Bezeichnungen. Daher ist die Abkürzung OGAW kaum zu finden.

Die Fonds könnten auch die Bezeichnung SICAV tragen. Das ist die französische Bezeichnung für Undertakings for Collective Investments in Transferable Securities und bedeutet Investmentgesellschaft mit variablem Grundkapital. Diese Investmentgesellschaften mit dieser Bezeichnung haben ihren Sitz in Luxemburg. Auch die Bezeichnung OEIC für Open-Ended Investment Companies ist möglich. Das bedeutet, dass es sich um eine offene Investmentgesellschaft handelt, die in Großbritannien ihren Sitz hat. Auch wenn es sich um einen ETF mit der Abkürzung SICAV oder OEIC im Namen handelt, unterliegt er den europäischen Anlagerichtlinien und muss die UCITS-Bedingungen erfüllen. Die Bezeichnung UCITS findest Du auch bei Fonds auf außereuropäische Indizes wie den S&P 500 für US-amerikanische Aktien oder den MSCI China für chinesische Aktien.

Anlegerschutz innerhalb der EU mit UCITS

Die Bezeichnung UCITS dient dem Anlegerschutz und schreibt vor, in welche Vermögensgegenstände eine Investmentgesellschaft wie iShares, Xtrackers oder Amundi investieren darf. Anleger sollen vor untauglichen Finanzinstrumenten geschützt werden. Die Finanzmärkte entwickeln sich ständig weiter. Damit gewährleistet ist, dass die OGAW-Richtlinien eingehalten werden und mit den Anforderungen der Finanzmärkte konform sind, wird das Regelwerk in regelmäßigen Abständen überarbeitet. Von den verfügbaren ETFs werden ungefähr 75 Prozent UCITS-konform gehandelt.

Die OGAW-Richtlinien schreiben vor, dass ein in Europa gehandelter ETF die Mindestanforderungen an die Diversifikation erfüllen muss. Jeder Fonds hat einen Nettoinventarwert. An diesem Nettoinventarwert darf der Anteil der einzelnen Bestandteile 20 Prozent nicht überschreiten. Im Beispiel mit dem ETF auf den DAX darf beispielsweise die Aktie von Linde Gas keinen höheren Anteil als 20 Prozent haben. Es gibt jedoch Ausnahmen, die unter außergewöhnlichen Marktbedingungen gelten. In diesem Fall darf der Anteil eines Wertpapiers bei bis zu 35 Prozent liegen.

Emittentenrisiko muss ausgeschlossen werden

Investierst Du in einen ETF, wird Deine Geldanlage als Sondervermögen behandelt. Ist der Fonds UCITS-konform, schließt er das Emittentenrisiko aus. Das bedeutet, dass Deine Einlagen bei einer unabhängigen Depotbank getrennt vom Vermögen des Emittenten aufbewahrt werden. Gerät der Emittent wie iShares, Amundi, Lyxor oder Xtrackers in Zahlungsschwierigkeiten oder wird er gar insolvent, kann das Vermögen der Anleger nicht in die Insolvenzmasse einfließen. Der Emittent kann das Geld der Anleger nicht verwenden, um seine Schulden zu begleichen

Weitere Festlegungen gemäß OGAW-Regelwerk

Das OGAW-Regelwerk beinhaltet noch weitere Festlegungen, um die Anleger zu schützen:

  • keine Laufzeitbegrenzung für ETF
  • jederzeit ausreichende Liquiditä
  • Sicherheit bei der Wahl von Finanzderivaten zur Absicherung.

Anleger sollen jederzeit ihre Einlagen wieder abziehen können. Ist das an der Börse nicht möglich, da der Aktienhandel unterbrochen wurde, können sich Anleger direkt an ihren Broker wenden, um ihre Anteile zu verkaufen.
Verschiedene Fonds werden mit Finanzderivaten abgesichert. Das kannst Du bei einem ETF-Namen an der Bezeichnung "Hedged" erkennen. In diesem Fall sichern sich die Emittenten gegen Kursverluste ab, damit der Index kostengünstiger abgebildet werden kann. Über die vorübergehende Wertpapieranlage können zusätzliche Erträge erwirtschaftet werden. Das ist vor allem bei den synthetisch replizierenden ETFs der Fall. Die UCITS-Richtlinien schreiben vor, dass das Risiko für die involvierte Gegenpartei nicht höher als 10 Prozent sein darf. An Handelstagen müssen Fonds einen Wert von mindestens 90 Prozent des Nettoanlagevermögens aufweisen.

Anforderungen an die Transparenz

Das UCITS-Regelwerk soll die Anleger schützen, indem die Emittenten Anforderungen an die Transparenz einhalten müssen. Anleger müssen Zugang zu einer Produktbroschüre haben, um sich ausführlich über den ETF und die darin enthaltenen Wertpapiere zu informieren. Dazu gehören auch Informationen über Kursveränderungen. Auch Jahres- und Halbjahresberichte über den ETF müssen für die Anleger verfügbar sein. Weiterhin muss der Emittent die sogenannten Wesentlichen Anlegerinformationen herausgeben.

Die Zulassung von ETFs, die den UCITS-Regeln entsprechen, ist kostengünstig und für den Emittenten nur mit einem geringen behördlichen Aufwand verbunden. Die Vermarktung und der Verkauf von Anteilen an UCITS-konformen ETFs sind europaweit möglich. Das ermöglicht für die Anleger eine breite Auswahl an Fonds.

UCITS-geeignete Produkte nicht immer UCITS-konform

Mitunter wird bei verschiedenen börsengehandelten Produkten wie ETCs für börsengehandelte Rohstoffe oder ETNs für börsengehandelte Inhaberschuldverschreibungen angegeben, dass sie UCITS-geeignet sind. Diese Finanzprodukte sind hochspekulativ und erfüllen nicht alle UCITS-Kriterien. Sie sind daher auf keinen Fall OGAW-konform. Anleger werden nicht in vollem Umfang geschützt. So werden diese Geldanlagen beispielsweise nicht als Sondervermögen behandelt. Die Investition ist für private Anleger lediglich auf ähnliche Weise möglich, wie das bei den OGAW-konformen Produkten der Fall ist.
Auch ETFs, die von Emittenten mit Sitz in den USA, der Schweiz oder anderen Staaten außerhalb der EU stammen, entsprechen nicht immer den UCITS-Richtlinien.

Fazit: OGAW-Richtlinien dienen zum Schutz von Privatanlegern

Die im europäischen Raum gehandelten ETFs tragen die Bezeichnung UCITS im Namen. Das bedeutet, dass sie bestimmte Anforderungen erfüllen müssen, um private Anleger zu schützen. Das deutsche Pendant für diese Bezeichnung ist OGAW. Anleger können Transparenz erwarten und haben Zugriff auf alle Fondsunterlagen. Auch ein Schutz für den Insolvenzfall des Emittenten gilt gemäß der Richtlinien.

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