Unternehmensanleihen-ETF: Diese Unterschiede gibt es

ETFs auf Anleihen erscheinen für viele Anleger sicherer als ETFs auf Aktien. Ein Unternehmensanleihen ETF verspricht eine bessere Rendite als ETFs auf Staatsanleihen. Möchtest Du ETFs auf Unternehmensanleihen kaufen, ist das Risiko höher als bei Staatsanleihen. Stichwort ist das Kreditrisiko.

Unternehmensanleihen-ETF: Diese Unterschiede gibt es

Was macht Unternehmensanleihen so besonders?

Bei den Unternehmensanleihen handelt es sich um Schuldverschreibungen von Unternehmen. Die Unternehmen wollen mit diesen Schuldverschreibungen an Geld für Betriebserweiterungen oder für den Fortbestand der Firma kommen. Diese Anleihen sind eine gute Alternative zu Bankkrediten, die mit hohen Zinsen verbunden sind. Schuldrechtlich haben Banken als Kreditgeber den Vorrang gegenüber anderen Gläubigern.

Unternehmensanleihen und Staatsanleihen haben einige Gemeinsamkeiten. Du leihst als Anleger dem Emittenten Geld, wenn Du einen ETF auf Anleihen kaufen möchtest. Wenn die Anleihe fällig ist, verspricht der Emittent, das geliehene Geld zurückzuzahlen. Du erhältst bis zu dieser Zeit einen sogenannten Kupon. Dabei handelt es sich um einen fixen Zins. Du kannst nicht nur jederzeit Anteile an einem Anleihen-ETF kaufen, sondern die Anteile kannst Du auch wieder verkaufen, wenn Du das Geld benötigst.

Nicht zu unterschätzen: Das Kreditrisiko

Du solltest das Kreditrisiko berücksichtigen, wenn Du Anteile an einem ETF auf Unternehmensanleihen kaufen möchtest. Die Zinsen von Unternehmensanleihen sind zwar höher als bei Staatsanleihen, doch der entscheidende Nachteil liegt im höheren Kreditrisiko im Gegensatz zu Staatsanleihen. Das Kreditrisiko besteht in möglichen Schwierigkeiten des Emittenten, die fälligen Zinsen oder sogar die Tilgung nicht mehr zahlen zu können. Er kann schlimmstenfalls absichtlich die getroffene Vereinbarung brechen. Bevor Du in einen solchen ETF investierst, solltest Du den Factsheet des Emittenten für diesen ETF im Internet genau anschauen. Wichtig ist die Bonitätsauskunft, um das Kreditrisiko einzuschätzen.

Dabei gibt es verschiedene Klassen: Die Klasse AAA wird nur für wenige Unternehmen vergeben und bedeutet außerordentlich hohe Sicherheit. Sehr sicher sind auch Unternehmen mit der Klasse AA. Die Einteilung erfolgt grundsätzlich in die Klassen Investment Grade und Junk oder High Yield. Die Klasse Investment Grade erstreckt sich von AAA bis hin zu BBB- mit einem sehr hohen Risiko. Ist die Klassifizierung noch schlechter als BBB-, bekommt das Unternehmen die Einstufung Junk, was Müll bedeutet. Auf keinen Fall solltest Du einen ETF auf solche Unternehmen kaufen.

Bei einer Bewertung von AAA oder AA ist das Ausfallrisiko am geringsten. Das bedeutet aber auch geringe Erträge, während bei Unternehmen mit der Einstufung Junk die Erträge durchaus hoch sein können. Aufgrund verschiedener Ereignisse wie Naturkatastrophen, Wirtschaftskrisen, Übernahmen oder Neubewertungen von Unternehmen kann sich die Bonitätseinstufung von Unternehmen schnell ändern. Ein ETF auf Unternehmensanleihen ist also nicht so sicher wie ein ETF auf Staatsanleihen. Dennoch kann die Investition interessant sein, wenn Du Mut zum Risiko hast.

Junk Bonds ETFs: Anleihen für risikobereite Anleger
Möchtest Du Anteile an einem ETF kaufen, kannst Du neben Aktien-ETFs auch Anleihen-ETFs und andere Anlageklassen wählen. Anleihen werden als Bonds bezeichnet. Junk Bonds ETFs sind ETFs auf hochverzinsliche Anleihen, bei denen das Risiko hoch ist. Das Wort Junk ist der englische Begriff für Müll.
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Weitere Risiken bei Unternehmensanleihen-ETFs

Das Kreditrisiko ist nicht das einzige Risiko, wenn Du in einen ETF auf Unternehmensanleihen investieren möchtest. Ein weiteres Problem ist das Zinsänderungsrisiko. Aufgrund steigender Zinssätze sind Preiskorrekturen erforderlich. Anleihen mit niedrigen Kupons können in Konkurrenz zu neuen Anleihen mit höherer Verzinsung gestellt werden. Solche Verluste können jedoch bei einem ETF kurzfristig ausgeglichen werden. Dafür werden ältere Anleihen zugunsten neuer, ertragreicherer Anleihen abgestoßen.
Bei kurzfristigen ETFs mit hoher Rendite sinkt das Zinsänderungsrisiko, während es bei langfristigen ETFs mit niedriger Rendite steigt.
Es gibt noch weitere Risiken bei ETFs auf Unternehmensanleihen:

  • Call Risk, wenn der Emittent befähigt wird, die Schuld noch vor Fälligkeit zu tilgen und die Anleihe aufgrund des fallenden Zinssatzes ein höheres Rating erhält
  • Liquiditätsrisiko bei Junk-Bonds, da Nachfrage und Angebot bei den Anleihen mit schlechter Bonität geringer ausgeprägt sind. Das führt zu Preisabschlägen beim Verkauf der ETF-Anteile.
  • Währungsrisiko bei international gehandelten Unternehmensanleihen in Fremdwährung. Abhängig vom Währungskurs kann der Kurs des ETFs steigen oder fallen.

Warum sich eine Investition trotzdem lohnen kann

Für Anleger, die beim Kauf von ETF-Anteilen zu einem höheren Risiko bereit sind, können sich Unternehmensanleihen lohnen. Ein Argument ist die höhere Rendite im Vergleich zu Staatsanleihen. Diese höhere Rendite und die höheren Zinsen sind in der geringeren Stabilität mit Unternehmen im Gegensatz zu Staaten begründet. Die Entwicklung eines Unternehmens in zehn Jahren ist nur schwer vorhersehbar. Das Risiko ist bei den Anleihen von Unternehmen geringer als bei Aktien. Du kannst mit Aktien zwar einen höheren Gewinn erzielen als mit Anleihen, doch bei einer Insolvenz des Unternehmens sind Inhaber von Anleihen besser gestellt als Aktionäre.
Unternehmensanleihen haben eine Reihe von Vorteilen:

  • geringere Volatilität als Aktien
  • gute Auswahl an Anleihen und breite Risikostreuung
  • weltweite Investition möglich
  • Investition in verschiedene Branchen und Bonitätsklassen möglich.

Beispiele für ETFs auf Unternehmensanleihen

Genau wie bei der Investition in Aktien-ETFs kannst Du auch verschiedene Indizes wählen, wenn Du ETFs mit Anleihen von Unternehmen kaufen möchtest. Hier sind einige Beispiele:

iShares Fallen Angels High Yield Corp Bond UCITS ETF EUR Hedged (Dist), ISIN IE00BF3N7219, WKN A2DUC1

Dieser Fonds investiert in den Bloomberg Barclays Global Corporate ex EM Fallen Angels 3% Capped (EUR Hedged) Index, der Zugang zu High-Yield-Anleihen von Unternehmen bietet. Da es sich um Unternehmen mit der Einstufung Junk handelt, ist die Investition mit einem hohen Risiko verbunden. Es handelt sich um Anleihen von Unternehmen aus entwickelten Volkswirtschaften. Der Fonds ist sparplanfähig und hat ein Volumen von 213 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,55 Prozent. Der Fonds repliziert physisch durch Sampling. Er ist ausschüttend mit halbjährlicher Auszahlung. Der Fonds wurde erst im März 2018 aufgelegt. Er musste während der Corona-Krise im März 2020 einen starken Kursverlust verzeichnen. Die Rendite ist mittlerweile mit 10,42 Prozent wieder positiv.

UBS ETF (LU) Barclays MSCI US Liquid Corporates Sustainable UCITS ETF (hedged to EUR) A-acc, ISIN LU1215461325, WKN A14YV6

Mit diesem Fonds investierst Du in Unternehmensanleihen der liquidesten US-amerikanischen Unternehmen mit dem Fokus auf Nachhaltigkeit. Die enthaltenen Anleihen haben unterschiedliche Laufzeiten. Dieser ETF ist sparplanfähig. Er hat eine Gesamtkostenquote von 25 Prozent und ein Volumen von 432 Millionen Euro. Er wurde im September 2015 aufgelegt. Die Replikation erfolgt physisch durch Sampling. Dieser Fonds ist thesaurierend. Auch hier kam es zu einem starken Kurseinbruch während der Corona-Krise. Die Rendite ist mit 8,51 Prozent inzwischen wieder im positiven Bereich.  

Xtrackers iBoxx USD Corporate Bond Yield Plus UCITS ETF 2C EUR Hedged, ISIN IE00BFMKQ930, WKN A2JNWQ

Dieser ETF investiert in renditestarke Unternehmensanleihen der ganzen Welt, die in US-Dollar lauten. Das Rating der Unternehmen reicht von AAA bis BB-. Du triffst also auf Unternehmen mit verschiedenen Bonitätsklassen und unterschiedlich hoher Sicherheit. Der sparplanfähige ETF hat eine Gesamtkostenquote von 0,19 Prozent und mit nur 5 Millionen Euro ein außerordentlich geringes Volumen. Er wurde im November 2018 herausgegeben. Er repliziert physisch durch Sampling und ist thesaurierend. Die Rendite ist auch hier während der Corona-Krise in den Keller gerutscht. Sie hat sich inzwischen wieder erholt und liegt bei 7,37 Prozent.  

Fazit: ETFs auf Unternehmensanleihen nicht ohne Risiko

Ein ETF auf Unternehmensanleihen verspricht eine höhere Rendite als ein ETF auf Staatsanleihen. Diese höhere Rendite und die höheren Zinsen sind mit einem höheren Risiko verbunden. Du solltest keine Anteile von einem ETF kaufen, bei dem die Unternehmen eine Einstufung von BBB- oder Junk bzw. High Yield haben. Hier besteht ein höheres Kreditrisiko, auch wenn der Fonds eine höhere Rendite verspricht. Bevor Du investierst, solltest Du im Factsheet auf die Bonitätseinstufung der Unternehmen achten. Bei Unternehmensanleihen ist die Volatilität geringer als bei Aktien. Im Insolvenzfall sind Anleger, die in Anleihen investieren, besser geschützt als Aktionäre. Du kannst in verschiedene Indizes und in Anleihen von Unternehmen aus verschiedenen Regionen investieren.

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