Travel-ETFs: Lohnt sich eine Investition durch Corona?

Reisen ist nach wie vor beliebt, doch gibt es aufgrund des Corona-Risikos Einschränkungen im internationalen Tourismus. Wie sinnvoll ist es, in einen Travel-ETF zu investieren? Die Corona-Krise führt zu starken Verlusten bei den Reiseunternehmen. Könnte sich eine langfristige Investition lohnen?

Travel-ETFs: Lohnt sich eine Investition durch Corona?

Keine reinen ETFs auf Reisen

Gegenwärtig findest Du keinen reinen ETF auf Travel. Du kannst jedoch in verschiedene ETFs zu Travel & Leisure, also Reisenund Freizeit, investieren. Diese ETFs wurden bereits vor einiger Zeit aufgelegt, als es noch keine Reisebeschränkungen aufgrund der Corona-Krise gab. Die Kombination Tourismus und Freizeit ist sinnvoll, da die Unternehmen mit Fokus auf Freizeit Verluste bei den Reiseunternehmen ausgleichen können. Freizeit ist ein wichtiger Markt und ist durch verschiedene Angebote für Aktivitäten geprägt. Einige Unternehmen aus dem Freizeitsektor, beispielsweise die Hersteller von Fahrrädern oder Fitnessgeräten, profitieren sogar von der Corona-Krise. Aufgrund des Lockdowns und der Einschränkungen für Fitness-Studios wurden mehr Fahrräder oder Fitnessgeräte für zu Hause gekauft. Auch andere Freizeitangebote für zu Hause wurden verstärkt genutzt. Daher kann die Freizeit in einem ETF einen guten Ausgleich zum Tourismus bieten.

Einschränkungen im Tourismus

Investierst Du in einen ETF auf Reisen, wirst Du Kursverluste verzeichnen müssen. Auch wenn die Einschränkungen aufgrund der Corona-Krise teilweise wieder aufgehoben wurden, gelten noch viele Länder als Risikogebiete und dürfen oder sollten nicht bereist werden. Viele Unternehmen aus dem Travel-Sektor sind aufgrund der Krise in Zahlungsschwierigkeiten geraten und mussten Insolvenz anmelden. Auch Fluggesellschaften sind betroffen. Die Aktien dieser Unternehmen verzeichneten deutliche Kurseinbrüche, was sich auch auf einen ETF auf Tourismus auswirkt. Die Verluste einiger Fluggesellschaften im ersten Quartal 2020 sprechen für sich:

  • Lufthansa ca. 1,2 Milliarden Euro
  • Air France-KLM ca. 1,8 Milliarden Euro
  • IAG ca. 1,68 Milliarden Euro.

Ähnlich große Verluste traten bei den US-amerikanischen Fluggesellschaften ein.
Die Pandemie stürzte auch größere und kleinere Reiseveranstalter in eine tiefe Krise. Auch der deutsche Marktführer TUI ist von der Krise betroffen und musste Umsatzeinbrüche verbuchen.

Ein weiteres Problem stellen die Rückerstattungsansprüche an die Reiseveranstalter dar. Diejenigen, die Reisen in Risikogebiete gebucht haben, mussten ihre Reisen stornieren und verlangen von den Veranstaltern Geld zurück. Diese Rückerstattungsansprüche liegen Schätzungen zufolge bei 3 bis 4 Milliarden Euro. Größere Veranstalter können noch bestehen, doch die Krise und deren Auswirkungen bedeuten für viele kleinere Veranstalter das Aus. Das wirkt sich auch auf einen ETF auf Travel & Leisure aus. Es kommt zu Kursverlusten, die auch durch die Freizeitbranche nicht ausgeglichen werden können. Auch wenn viele Menschen, die aufgrund der Einschränkungen nicht ins Ausland fahren können, alternativ ihren Urlaub in Deutschland verbringen, wird der Travel-Sektor dadurch nicht angekurbelt.

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Auswirkungen der Krise erst nach Monaten sichtbar

Die Talfahrt der ETFs auf Reisen und Freizeit ist noch nicht beendet, auch wenn einige Reisebeschränkungen wieder aufgehoben wurden. Hast Du bereits in einen solchen ETF investiert, musst Du weiterhin mit Verlusten rechnen. Wie heftig sich die Krise auf die Tourismus-Branche auswirkt, wird erst Monate später sichtbar, wenn verschiedene Unternehmen bereits aufgrund von Insolvenz nicht mehr bestehen oder die Aktien stark im Kurs gefallen sind. Die Krise trifft jedoch nicht nur die Travel-Branche, sondern auch viele andere Wirtschaftszweige in der ganzen Welt sind davon betroffen. Es ist völlig unbekannt, wann es zu einer Kurserholung bei einem ETF auf Travel kommen kann. Viele Reiseunternehmen setzen ihre Hoffnung in die Entwicklung eines Impfstoffs.

Hilfe durch einzelne Staaten

Einzelne Staaten haben die prekäre Lage ihrer Fluggesellschaften und verschiedener Tourismus-Unternehmen bereits erkannt und greifen ein. Sie unterstützen die Airlines und andere Unternehmen mit einer Finanzspritze. Frankreich gewährte Milliardenhilfen für Air France-KLM. Die Lufthansa-Tochter Swiss erhielt von der Schweiz eine Unterstützung über 1,5 Milliarden Franken. Deutschland hat für die Lufthansa ein Hilfspaket über neun Milliarden Euro geschnürt. Auch der deutsche Reiseveranstalter TUI hat eine Unterstützung von zwei Milliarden Euro erhalten. Diese staatlichen Finanzhilfen verhinderten, dass die betroffenen Unternehmen Insolvenz anmelden mussten. Hätte es diese staatlichen Hilfen nicht gegeben, wären die Kursverluste bei den ETFs vermutlich noch stärker ausgefallen.

Wann wird sich die Tourismus-Branche erholen?

Es kann nicht gesagt werden, ob es zu erneuten Einschränkungen aufgrund von Corona kommt. Das könnte zu weiteren Verlusten auf dem Sektor der Reisen führen. Wird es irgendwann einen Impfstoff geben, könnten die Einschränkungen auf Dauer aufgehoben werden. Der Travel-Sektor kann sich dann wieder erholen. Das führt zu Anstiegen der Rendite bei einem ETF auf Reisen. Die Anstiege könnten durchaus hoch ausfallen. Wann das jedoch der Fall sein wird, kann nicht gesagt werden. Ein ETF auf Travel & Leisure bietet den Vorteil einer breiten Risikostreuung. Verluste bei einigen Unternehmen könnten durch Gewinne bei anderen Unternehmen ausgeglichen werden.

Beispiele für ETFs auf Reisen

An den deutschen Börsen werden gegenwärtig vier ETFs auf Travel & Leisure gehandelt:

Invesco European Travel Sector UCITS ETF, ISIN IE00B5MJYC95, WKN A0RPSG
Dieser ETF bildet den STOXX(R) Europe 600 Optimised Travel & Leisure Index ab, der liquide Aktien aus dem Reise- und Freizeitsektor enthält. Der Fonds ist sparplanfähig und wurde im Juli 2009 aufgelegt. Er hat gerade einmal ein Volumen von 12 Millionen Euro. Der ETF repliziert synthetisch durch Tauschgeschäft mit einem Finanzinstitut. Er ist thesaurierend und legt die Dividende erneut in Fondsvermögen an. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,30 Prozent. Die Rendite brach während der Corona-Krise stark ein und erholt sich nur schwach. Sie liegt aktuell bei -25,31 Prozent.

Die drei nachfolgend vorgestellten an deutschen Börsen gehandelten ETFs auf Travel & Leisure bilden den STOXX Europe 600 Travel & Leisure ab. Dieser Index bietet Zugang zum europäischen Reise- und Freizeitsektor und enthält nicht nur die liquidesten Aktien.

ComStage STOXX Europe 600 Travel & Leisure UCITS ETF, ISIN LU0378437254, WKN ETF078
Der sparplanfähige ETF hat nur ein Volumen von 5 Millionen Euro und besteht seit September 2008. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,25 Prozent. Die Replikation erfolgt vollständig physisch. Der ausschüttende ETF zahlt die Dividende einmal jährlich aus. In der Corona-Krise brach die Rendite stark ein und ist mit -30,87 Prozent noch immer extrem negativ.

iShares STOXX Europe 600 Travel & Leisure UCITS ETF (DE), ISIN DE000A0H08S0, WKN A0H08S  
Dieser ETF ist sparplanfähig und bereits seit Juli 2002 verfügbar, doch liegt das Vermögen nur bei spärlichen 42 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,46 Prozent. Die Replikation erfolgt vollständig physisch. Die Dividende wird mindestens einmal jährlich ausgezahlt. Auch dieser ETF ist durch starke Verluste während der Corona-Krise geprägt und hat aktuell eine negative Rendite von -27,84 Prozent.

Lyxor STOXX Europe 600 Travel & Leisure UCITS ETF - Acc, ISIN LU1834988781, WKN LYX02U  
Dieser Fonds ist sparplanfähig und wurde im August 2006 aufgelegt. Sein Volumen ist mit 16 Milionen Euro nur gering. Die Gesamtkostenquote macht 0,30 Prozent aus. Die Replikation erfolgt synthetisch. Der Fonds ist thesaurierend und legt die Dividende in Fondsvermögen an. Die Rendite ist mit -27,59 Prozent stark negativ. Von der Krise im März 2020 hat sich der Kurs nur schwach erholt.

Fazit: ETF auf Travel mit Kursverlusten und geringem Volumen

Gegenwärtig ist eine Investition in einen ETF auf Travel wenig sinnvoll. Die Tourismus-Branche musste während der Corona-Krise starke Verluste verzeichnen, was sich auch auf die ETFs auswirkte. Reine ETFs auf Reisen werden nicht angeboten. Die Investition kann in ETFs auf Reisen und Freizeit erfolgen. Gegenwärtig sind vier ETFs auf diesen Sektor in Deutschland handelbar. Die Freizeit-Branche kann einen Ausgleich zum Tourismus darstellen, doch ist die Rendite aktuell bei allen ETFs noch immer stark negativ. Auffällig ist das geringe Volumen bei allen vier verfügbaren ETFs.

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