steuern

So zahlt ihr weniger Steuern auf ETFs

So zahlt ihr weniger Steuern auf ETFs

Seit Januar 2018 gilt das neue Investmentsteuergesetz. Hierdurch wird die Besteuerung von Investmentfonds und ETFs neu geregelt.

Was hat sich geändert?

  • Steuern werden automatisch an das Finanzamt übertragen
  • Die neue Besteuerung ist deutlich einfacher, da es nun keinen Unterschied mehr macht, ob der ETF thesauriert oder die Dividenden ausschüttet
  • Jährliche Vorabpauschale (fiktiver Mindestertrag)

Was bleibt gleich?

Auch nach dem Investmentsteuergesetz macht der größte Kostenblock die Abgeltungssteuer/Kapitalertragssteuer aus. Diese fällt dann an, wenn Wertpapiere wie ETFs, ETCs, Aktien, Indexfonds oder Investmentfonds (aktiv gemanagte Fonds) mit Gewinn verkauft werden.

Auch der Sparerpauschbetrag hat sich nicht verändert. Der Sparerpauschbetrag wird dann genutzt, wenn ein Wertpapier mit Gewinn verkauft wird. Steuern fallen als Single (bzw. nicht verheiratet) erst dann an, wenn der Gewinn 801 Euro pro Jahr übersteigt. Bei Ehepaaren erhöht sich die Summe auf 1602 Euro. Um vom Sparerpauschbetrag zu profitieren, muss ein Freistellungsauftrag der Bank erteilt werden. Bei mehreren Konten/Depots kann es Sinn machen, den Sparerpauschbetrag über die Banken aufzuteilen. Im Freistellungsauftrag kann der Anleger nämlich die Höhe bis zum gesetzlichen Maximum bestimmen. Wir empfehlen hierfür sich eine kleine Tabelle anzulegen. Das erleichtert den Überblick zu behalten welche Bank welchen Freistellungsauftrag erhalten hat. Die Bank bzw. das Konto, wo die höchsten Kapitalerträge anfallen werden, sollte auch den größten Anteil des Sparerpauschbetrages erhalten, um so viel Steuern sparen zu wie möglich.

Video: Steuern sparen bei ETFs

Versteuerung von Dividenden bei ETFs

Eine deutsche Bank ist dazu verpflichtet, alle Ausschüttungen von Dividenden automatisch an das Finanzamt zu überweisen. Der Steuersatz auf Dividenden und ETF-Kurse-Gewinne beträgt 25% + Solidaritätszuschlag = 26,375% + ggfs. Kirchensteuer.

Wie funktioniert die Vorabpauschale bei ETFs?

Die Vorabpauschale wurde mit dem Investmentsteuergesetz von Januar 2018 neu eingeführt. Grundlage hierbei ist der sog. Basiszins der von der Bundesbank zum Jahresanfang festgesetzt wird. Für das Jahr 2018 lag der Basiszins bei 0,87% und 2019 bei 0,52%.

Beispiel zur Berechnung der Vorabpauschale bei einem thesaurierenden ETF:

Wert des thesaurierenden ETFs zum 1.1.2018: 10.000 Euro

Basiszins: x 0,87%

Fixer Faktor: x 0,7

= 60,90 Euro Vorabpauschale

Wert des thesaurierenden ETFs zum 1.1.2019: 10.500 Euro

Der ETF ist in diesem Beispiel um 500 Euro gestiegen. Da die Vorabpauschale aber nur bei 60,90 Euro liegt, werden nur 60,90 Euro versteuert. Wäre die Wertsteigerung statt 500 Euro nur 50 Euro, würden nur die 50 Euro versteuert werden.

Bei Aktienfonds bzw. Aktien-ETFs sind immer nur 70% der Dividenden zu versteuern. D.h. 30% sind steuerfrei.

Beispiel zur Berechnung der Steuern bei einem ausschüttenden ETF:

Vorabpauschale: 60,90 Euro

Freibetrag x 70%

Abgeltungsteuer x 26,375%

= 11,24 Euro Steuern

Liquides Verrechnungskonto notwendig

Die vorgestellte Berechnungen sollte jeder Anleger für das eigenes Depot durchführen. Für den Fall, dass der Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft ist, wird die Bank die Steuern vom Verrechnungskonto abziehen und dem Finanzamt überweisen.

Thesaurierender oder ausschüttender ETF steuerlich besser?

Grundsätzlich werden beide ETF-Arten gleich besteuert. Je nach Situation haben jedoch beide steuerliche Vorteile:

Thesaurierende ETFs:

  • wenig bis keine Steuer
  • meiste Steuer fällt erst beim Verkauf der Anteile an
  • Verschwendung vom Freistellungsauftrag, da die Vorabpauschale relativ niedrig ist

Ausschüttende ETFs:

  • Dividenden/Ausschüttungen werden immer sofort besteuert mit der Abgeltungssteuer
  • Steuerlich besser wenn die Höhe der Ausschüttungen unter dem Freistellungsauftrag liegen. Erhaltene Dividenden können so auch steuerfrei wieder angelegt werden. Viele Depots bieten bei Sparplänen die Option an, ausgeschüttete Beträge automatisch wieder anzulegen.
  • Beispiel: Bei einem 700-Euro-Freistellungsauftrag, lohnen sich bei 3% Dividenden pro Jahr bis zu einem ETF-Wert von 20.000 Euro ausschüttende ETFs mehr.

Weiterlesen:

Tipp: Bei der Consorsbank* gibt es mehr als 220 ETFs als komplett kostenlosen Sparplan. Darunter sind eine breite Palette ETFs von Anbietern wie iShares, Lyxor, db x-trackers, Amundi und BNP.

0 Kommentare 0 Kommentare
0 Kommentare 0 Kommentare

Consorsbank ETF Sparplan





Schicken Sie uns Ihr Feedback oder Ihre Frage zum Artikel. Bequem als Sprach- oder Textnachricht:



Hinweis: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können.


* Bezahlte Produktplatzierung zur Finanzierung dieser Website. Ihnen entstehen dadurch keinerlei Nachteile. Sie unterstützen damit unsere Arbeit.