ETF auf Öl - lohnt sich jetzt eine Investition?

Schon lange ist der Ölpreis auf Talfahrt. Wer bereits in einen ETF auf Öl investiert hat, muss herbe Verluste verzeichnen. Erstmals in seiner Geschichte ist der Preis für die US-Ölsorte WTI in den Negativbereich gerutscht.

ETF auf Öl - lohnt sich jetzt eine Investition?

Schon lange ist der Ölpreis auf Talfahrt. Wer bereits in einen ETF auf Öl investiert hat, muss herbe Verluste verzeichnen. Erstmals in seiner Geschichte ist der Preis für die US-Ölsorte WTI in den Negativbereich gerutscht. Möchtest Du jetzt investieren, könnte das ein guter Zeitpunkt sein. Du investierst mit den börsengehandelten Fonds neben Oil auch in Gas.

Kurse für ETFs auf Öl gegenwärtig im Keller

Schon seit geraumer Zeit verzeichnet der Erdölpreis einen Abwärtstrend. Das hat mehrere Gründe:

  • Klimapolitik und verstärkte Nutzung nachhaltiger Energieträger
  • Trend zu Elektroautos und Hybridfahrzeugen
  • Brexit und Abschwächung der Wirtschaft
  • Corona-Krise und starke Einbrüche im Flugverkehr
  • Ölgewinnung aus Schiefer durch Fracking in den USA, bei dem die sprudelnden Ölquellen nicht so einfach abgestellt werden können.

Da das Angebot an Öl wächst, werden die Lagerkapazitäten immer knapper. Kürzlich musste der Preis für die US-Ölsorte WTI seinen historischen Tiefststand verzeichnen, als er in den Negativbereich abrutschte. Nach einer kurzfristigen Kurserholung musste der Preis für Rohöl wieder einen derben Rückschlag hinnehmen. Nicht nur die US-Sorte WTI steht stark unter Druck. Auch der Preis für die Nordsee-Sorte Brent ist in den Keller gerutscht.

Für Anleger, die bereits in einen ETF auf Öl investiert haben, sind das keine guten Aussichten. Du brauchst einen langen Atem, wenn Du auf eine Kurserholung wartest. Einsteiger könnten jetzt investieren und bei einer Kursbelebung gute Gewinne verbuchen. Der Vorteil bei einem ETF ist die Risikostreuung. Ein ETF auf Oil beinhaltet nicht nur Aktien von erdölfördernden Unternehmen. Auch andere Energieträger wie Gas können gelistet sein. Weiterhin sind häufig Aktien von Unternehmen enthalten, die mit dem Bau der Ausrüstung für die Förderung von Öl und Gas oder mit dem Vertrieb der fossilen Brennstoffe beschäftigt sind.

Infografik zum Ölpreis

Ist ein Kursanstieg für Öl in Sicht?
Eine baldige Kurserholung bei Oil ist nicht in Sicht. Einem hohen Angebot steht eine schwache Nachfrage gegenüber. Das Ölkartell OPEC hat kürzlich eine Produktionskürzung beschlossen, um wieder eine Erholung der Ölpreise zu erreichen. Trotz dieser Förderkürzungen kam es zu einem weiteren Einbruch der Ölpreise. Ein regelrechter Crash am Ölmarkt trat um den 20. April 2020 ein. Zeitweilig fielen Futures auf Rohöl um mehr als 300 Prozent auf minus 55 US-Dollar. Neben der Diskrepanz zwischen Angebot und Nachfrage verfiel der Mai-Terminkontrakt auf US-Rohöl.

Einen Crash musste auch die Nordsee-Sorte Brent verzeichnen, die auf ein 21-Jahres-Tief rutschte. Der Preis für Rohöl wird stark von der politischen Situation beeinflusst. Handelsembargos, Spannungen zwischen den Förder-Mächten USA und Russland, aber auch die Lage im Nahen Osten wirken sich wesentlich auf den Ölpreis aus. Aufgrund der aktuell schwierigen wirtschaftlichen und politischen Situation ist langfristig keine Kurserholung in Sicht.

Wie sieht die Zukunft von Öl aus?

Trotz des Klimawandels und des Übergangs zu erneuerbaren Energien wird Öl ein wichtiger Rohstoff bleiben. Auch wenn die Nachfrage stark zurückgegangen ist, kann künftig auf Erdöl nicht verzichtet werden. Ein Aspekt, der für eine Kurserholung sprechen könnte, ist die begrenzte Verfügbarkeit des Rohstoffs Oil. Bei Gas sieht es nicht anders aus. Auch Erdgas ist nur begrenzt verfügbar.
Der Ölpreis wird von der allgemeinen wirtschaftlichen Entwicklung beeinflusst. Während der Wirtschaftskrise 2008/2009 musste der Preis für Rohöl hohe Verluste verzeichnen. Er konnte sich wieder normalisieren. Eine weitere Talfahrt durchlebte der Ölpreis von 2014 bis 2018. Er hatte sich davon noch immer nicht vollständig erholt, bevor es nun zu einem erneuten Crash kam.

Der ETF-Sparplan-Vergleich: Welcher ist der Beste?
Mit einem ETF-Sparplan kannst Du mit geringen monatlichen Einzahlungen langfristig ein gutes Vermögen aufbauen. Der Vergleich hilft Dir, den für Dich besten Sparplan auszuwählen. Neben geringen Kosten kommt es auf die enthaltenen Leistungen an.

Fakt ist, dass es lange dauern wird, bis der Ölpreis wieder an Fahrt aufnimmt.
Der steigende Lebensstandard in den Entwicklungs- und Schwellenländern könnte die Nachfrage nach Öl ankurbeln. Trotzdem ist mittelfristig nur mit einer geringen Kurserholung zu rechnen.

Was Du bei der Investition in einen ETF auf Öl beachten solltest

Angesichts der niedrigen Ölpreise, die auch die Kurse für ETFs auf Oil und Gas beeinflussen, mag es verlockend erscheinen, in einen solchen ETF zu investieren. Der Ölpreis ist sehr volatil, da er von zahlreichen Faktoren beeinflusst wird. Schnell kann es zu hohen Kursverlusten kommen. Der Vorteil bei einem ETF ist die gute Risikostreuung. Der ETF bildet einen kompletten Index ab und enthält daher auch Aktien von anderen Unternehmen aus der Energiebranche. In Anbetracht der gegenwärtigen Lage können Kursverluste bei Aktien von Unternehmen, die unmittelbar mit der Ölförderung beschäftigt sind, nicht durch Gewinne bei anderen Unternehmen aufgefangen werden. Ein ETF auf Öl ist daher nur als Beimischung für Dein Portfolio interessant. Du solltest deshalb nur einen geringen Betrag in einen Öl-ETF investieren und auch in andere ETFs einzahlen, um Verluste auszugleichen.

Aktuell starke Verluste bei ETFs auf Öl

Die folgenden Beispiele sollen die Möglichkeiten für eine Investition in ETFs auf Öl und Gas aufzeigen. Du solltest beim Erwerb von ETF-Anteilen auf die Gesamtkostenquote, das Fondsvolumen, das Auflagedatum des Fonds und die Renditeentwicklung achten. Bei den nachfolgend aufgeführten Fonds hat sich die Rendite zuletzt negativ entwickelt.

iShares Oil & Gas Exploration & Production UCITS ETF, ISIN IE00B6R51Z18, WKN A1JKQL


Dieser ETF bildet die Wertentwicklung der Aktien des S&P Commodity Producers Oil & Gas Exploration & Production Index ab. Er enthält die Aktien der größten Unternehmen, die weltweit mit der Erschließung und Förderung von Öl und Gas beschäftigt sind. Der Fonds wurde im September 2011 aufgelegt und hat ein Volumen von 92 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,55 Prozent. Der ETF repliziert physisch. Das heißt, dass er alle Aktien aus dem abgebildeten Index enthält. Der sparplanfähige Fonds ist thesaurierend. Die Dividenden werden immer wieder in Fondsvermögen angelegt. Die Rendite lag zuletzt bei -50,92 Prozent.

Xtrackers STOXX Europe 600 Oil & Gas Swap UCITS ETF 1C, ISIN LU0292101796, WKN DBX1SG

Dieser ETF gewährt Dir Zugang zu europäischen Unternehmen, die im Europa-Index STOXX Europe 600 gelistet und auf dem Erdöl- und Erdgas-Sektor tätig sind. Der Fonds wurde zwar schon im Juni 2007 herausgebracht, doch hat er nur ein Fondsvolumen von 27 Millionen Euro. Die Gesamtkostenquote liegt bei 0,30 Prozent. Auch dieser Fonds ist sparplanfähig und thesaurierend. Die Replikation erfolgt synthetisch durch Tauschgeschäfte mit Finanzinstituten. Nur repräsentative Aktien aus dem Index sind vertreten. Eine negative Rendite ist auch hier mit -36,53 Prozent zu verzeichnen.

Invesco European Oil & Gas Sector UCITS ETF, ISIN IE00B5MTWH09, WKN A0RPSB

Dieser ETF enthält die liquidesten Titel aus dem Öl- und Gassektor, die im STOXX Europe 600 gelistet sind. Bei einem Fondsvolumen von nur 7 Millionen Euro besteht die Gefahr, dass der Fonds aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit liquidiert wird. Diesen ETF gibt es bereits seit Juli 2009. Er repliziert synthetisch mit Tauschgeschäften. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,30 Prozent. Der Fonds ist thesaurierend und sparplanfähig. Die Rendite lag zuletzt bei -38,00 Prozent.

Noch riskanter als ein ETF auf Öl - Investition in ETCs

Ein noch höheres Risiko als bei der Investition in einen ETF besteht bei einem ETC. Es handelt sich um ein Zertifikat auf den Ölpreis. Bei einem Preissturz für Rohöl fallen die Verluste noch höher als bei einem ETF aus. Da es sich um ein Termingeschäft handelt, können Rollverluste auftreten. Zu Rollverlusten kommt es, wenn die neu erworbenen Futures teurer als die alten Futures sind.

Fazit: ETFs auf Öl sind sehr volatil

Der Ölpreis befindet sich aktuell im Keller. Der Abwärtstrend macht sich bei der Investition in einen ETF auf Öl bemerkbar. Langfristig ist keine Kurserholung in Sicht. Das ist eine gute Gelegenheit, in einen ETF auf Oil und Gas zu investieren. Aufgrund der hohen Volatilität des Ölpreises sind solche ETFs nur als Beimischung für das Portfolio geeignet.

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