Markowitz: Über die Theorie, die ETFs überhaupt erst ermöglichte

Markowitz: Über die Theorie, die ETFs überhaupt erst ermöglichte

Harry Markowitz (1927-heute) ist ein mit dem Nobelpreis ausgezeichnetes Wirtschaftswissenschaftler, der die moderne Portfoliotheorie entwickelte und in seinem Artikel “Portfolio Selection”, der 1952 im Journal of Finance erschien, den akademischen Kreisen vorstellte. Markowitz’ Theorien betonten die Bedeutung von Portfolios, Risiko, die Zusammenhänge zwischen Wertpapieren und Diversifikation. Seine Arbeit, in Zusammenarbeit mit Merton H. Miller und William F. Sharpe, veränderte die Art und Weise, wie die Menschen investierten. Diese drei Intellektuellen teilten den Nobelpreis für Wirtschaft 1990. Markowitz ist derzeit Professor an der Rady School of Management der University of California in San Diego. Doch was besagt die Theorie, die Grundlage des Buy-And-Hold-Gedankens bei ETF-Sparern ist?

Eine Markttheorie die ETFs erst ermöglichte

Als wichtige Errungenschaft im Finanzbereich hat sich die Markeffizienztheorie auch in anderen Bereichen durchgesetzt. In den 1970er Jahren wurde es im Bereich der Regionalwissenschaften weit verbreitet, um den Zusammenhang zwischen Variabilität und Wirtschaftswachstum abzuleiten. Ebenso wurde es im Bereich der Sozialpsychologie zur Bildung des Selbstverständnisses verwendet. Derzeit wird es von Experten verwendet, um Projektportfolios von Finanz- und Nicht-Finanzinstrumenten zu modellieren.

MPT steht für Risikodiversifikation bei Investitionen. Der Kern von MPT ist die Auswahl einer Gruppe von Vermögenswerten mit einem niedrigeren kollektiven Risiko als die einzelnen Vermögenswerte. Daher ermöglicht MPT den Aufbau eines Maximalrenditeportfolios für ein bestimmtes Risiko sowie die Bildung eines Portfolios mit minimalem Risiko für eine bestimmte Rendite. Daher ist die moderne Portfoliotheorie ein strategisches Instrument zur Diversifizierung Ihrer Anlagen.

Das Harry-Markowitz-Modell: Markowitz Modell & MPT

MPT - Modern Portfolio Theory - stellt die mathematische Formulierung der Risikodiversifikation bei der Anlage dar, die darauf abzielt, eine Gruppe von Anlagewerten auszuwählen, die insgesamt ein geringeres Risiko aufweisen als jedes einzelne Anlagegut allein. Dies wird möglich, da sich verschiedene Anlageklassen häufig gegenläufig im Wert verändern. Tatsächlich setzt die Investition, die ein Kompromiss zwischen Risiko und Rendite ist, voraus, dass riskante Anlagen die höchsten erwarteten Renditen aufweisen.

So zeigt MPT, wie man ein Portfolio mit der maximal möglichen erwarteten Rendite für den gegebenen Risikobetrag wählt. Es wird auch beschrieben, wie man ein Portfolio mit dem geringstmöglichen Risiko für die gegebene erwartete Rendite wählt. Daher wird die moderne Portfoliotheorie als eine Form der Diversifikation betrachtet, die den Weg zur bestmöglichen Diversifikationsstrategie erklärt.

Das Harry-Markowitz-Modell (HM-Modell), auch als Mean-Variance-Modell bekannt, da es auf den erwarteten Renditen (Mittelwert) und der Standardabweichung (Varianz) verschiedener Portfolios basiert, hilft, die effizienteste Auswahl zu treffen, indem es verschiedene Portfolios der jeweiligen Assets analysiert. Es zeigt Investoren, wie sie ihr Risiko reduzieren können, wenn sie sich für Vermögenswerte entschieden haben, die sich nicht gemeinsam “bewegen”.

Annahmen der Markowitz-Theorie

Die moderne Portfoliotheorie stützt sich auf die folgenden Annahmen und Grundlagen, die die Schlüsselkonzepte sind, auf denen sie aufgebaut wurde:

  • Für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren fallen keine Transaktionskosten an. Es gibt keine Spanne zwischen Geld- und Briefkursen.
  • Es wird keine Steuer gezahlt, ihr einziges Risiko, das bei der Entscheidung darüber, welche Wertpapiere ein Anleger kaufen wird, eine Rolle spielt.
  • Ein Investor hat die Möglichkeit, jede beliebige Position in jeder Größe und in jedem Wertpapier zu kaufen. Die Marktliquidität ist unendlich und niemand kann den Markt zu seinen Gunsten bewegen.
  • Bei der Anlageentscheidung berücksichtigt der Anleger keine Steuern und ihm sind Dividenden oder Kapitalgewinne gleichgültig.
  • Investoren sind in der Regel rational und risikoscheu. Sie sind sich aller Risiken bewusst und nehmen tatsächlich Positionen auf der Grundlage der Risikoermittlung ein, die eine höhere Rendite für die Annahme einer höheren Volatilität erfordern.
  • Die Risiko-Rendite-Verhältnisse werden über den gleichen Zeithorizont betrachtet. Sowohl langfristige als auch kurzfristige Spekulanten teilen die gleichen Motivationen, Gewinnziele und Zeithorizonte.
  • Die Anleger teilen die gleichen Ansichten zur Risikomessung. Alle Investoren werden durch alle verfügbaren Informationen versorgt und ihr Kauf oder Verkauf hängt von einer identischen Bewertung der Investition ab und alle haben die gleichen Erwartungen an die Investition.
  • Ein Verkäufer wird nur motiviert, einen Verkauf zu tätigen, weil ein anderes Wertpapier eine Volatilität aufweist, die seiner gewünschten Rendite entspricht. Ein Käufer kauft, weil dieses Wertpapier ein Risiko aufweist, das der gewünschten Rendite entspricht.
  • Investoren versuchen, das Risiko nur durch die Diversifikation ihrer Bestände zu kontrollieren. Auf dem Markt können alle Vermögenswerte einschließlich Humankapital gekauft und verkauft werden.
  • Politik und Anlegerpsychologie haben keinen Einfluss auf den Markt.
  • Das Risiko des Portfolios hängt direkt von der Instabilität der Renditen aus dem jeweiligen Portfolio ab.
  • Ein Investor bevorzugt die Steigerung der Auslastung.
  • Ein Anleger maximiert entweder seine Rendite für das minimale Risiko oder seine Portfoliorendite für ein bestimmtes Risiko.
  • Die Analyse basiert auf einem Einzelperiodenmodell der Investition.

Gerade im ETF-Bereich wird die Meinung vertreten, dass die Märkte langfristig steigen und niemand dauerhaft den Markt outperformen kann durch Investments in Einzelaktien. Daher kann man die Markowitz-Theorie als Kernidee und Stützpfeiler der ETF-Industrie ansehen. Auch wenn die Theorie der effizienten Märkte in der Zwischenzeit viele Kritiker hervorgerufen hat, geht der Hype um ETFs ungetrost weiter. So gut wie jede Woche werden neue passive Indexfonds an die Börse gebracht um das Interesse der Anleger an ETFs zu stillen.

Weiterführende Literatur: Die Portfoliotheorie nach Harry M. Markowitz*

(*Bezahlter Werbelink zur Finanzierung der Seite, es entstehen keine Mehrkosten)

Sparplan-Tipp: Bei Trade Republic* kannst du mehr als 300 ETFs von iShares dauerhaft kostenlos besparen. Schon ab 25€ monatlich.

Bitte abonniere unseren kostenlosen ETF-Newsletter, um keine Posts zu verpassen. Kein Spam - versprochen!


Share Tweet Send
0 Kommentare
Lade...



Trade Republic



Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. ETFs24 haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.


* Bezahlte Produktplatzierung zur Finanzierung dieser Website. Dir entstehen dadurch keinerlei Nachteile. Du unterstützt damit unsere Arbeit.


Du hast dich erfolgreich angemeldet bei ETFs24
Großartig! Als Nächstes füllen Sie die Kasse für den vollständigen Zugang zu ETFs24
Willkommen! Du hast dich erfolgreich angemeldet.
Erfolg! Ihr Konto ist vollständig aktiviert, Sie haben jetzt Zugang zu allen Inhalten.