Evolution der ETFs: Entstehung & Zukunft

Evolution der ETFs: Entstehung & Zukunft

Die bisherige Geschichte der ETFs, also der Exchange Traded Funds lässt sich grob in drei Phasen einteilen. Anschließend wagen wir einen Blick in die Glaskugel.

1. Traditionelle Indexfonds (TIFs)

Am Anfang ward' der Indexfonds. Geschaffen um die Wertentwicklung der größten Aktienfonds der Welt nachzubilden. Los ging es Mitte der 70er Jahre, mit einem Indexfonds der den amerikanischen Index S&P 500 abbildet. *John C. Bogle, Gründer von Vanguard, war von Anfang an davon überzeugt, dass gute Geldanlage nicht viel kosten muss. Gegen aktiv gemanagte Fonds fährt Bogle auch in seinem *Buch schwere Geschütze auf. Er zeigt auf, welchen Bärendienst die Fondsmanager den privaten Anlegern bereiten. Aber auch bei professionellen Investoren und Vermögensverwaltern spielen Indexfonds eine große Rolle bei der Zusammenstellung ihrer Portfolios. Wer die *Bücher von Gerd Kommer schon auswendig kennt, dem empfehle ich sich mit Bogle mal auseinander zu setzen. Von dem Herrn gibt's viel zu lernen in Sachen finanzieller Bildung.

2. Exchange Traded Funds (ETFs)

ETFs geben den Indexfonds zusätzlich Liquidität. ETFs können an Börsenplätzen praktisch jederzeit gekauft und verkauft werden. Genau wie die Aktien die sie abbilden. TIFs sind dagegen weniger flexibel da sie nur zum Ende des Tages gekauft/verkauft werden können. Die grundsätzliche Idee der Indexfonds ist schliesslich Buy-And-Hold. Das sollte das aber kein Problem sein. TIFs sind da um Jahre, wenn nicht sogar Jahrzehnte gehalten zu werden. Am besten vererbt man sie noch an seine Enkel.

Trotzdem erfreuen sich die ETFs größerer Beliebtheit. Nicht nur bei Privatanlegern. Auch Fondsmanager, Banken und andere Finanzinstitute greifen auf sie zurück. Ihre niedrigen Gebühren und die Abbildung ganz Aktienmärkte machen sie zu einem verlockendem Investmentvehikel.

3. Robo Advisors & Managed ETF-Depots

Anbieter wie vaamo oder *scalable.capital treten an um vor allem unerfahrenen Anlegern einen Weg durch den dichten Dschungel der ETF-Landschaft zu zeigen. Im Prinzip registriert man sich bei solch einem Anbieter, beantwortet einige Frage um das persönliche Risikoprofil festzulegen und fortan funktioniert das Ganze wie ein Sparplan. Das Geld wird abgebucht, automatisch angelegt, fertig. Die Auswahl der Wertpapiere übernimmt der Advisor und auch das Rebalancing (sofern mit angeboten) passiert wie durch Zauberhand. Der Anleger kann dann sein Depot via Website oder Mobile-App verfolgen und sich über alle Erfolge und Misserfolge freuen.

Dass sich selbst Blackrock mit einer üppigen Summe eine Beteiligung an *scalable.capital gesichert hat zeigt: Robo Advisors sind gekommen um zu bleiben.

Das deutsche Fintech versteht sich selbst wie folgt:

Wir bieten unseren Klienten die komfortabelste Form der Geldanlage. Sämtliche Anlageentscheidungen treffen wir auf Basis der individuellen Risikovorgabe des Kunden. Mit moderner Technologie messen wir ständig die Risiken der Portfolios und passen sie an Marktveränderungen an. Diese innovative Technologie macht uns zu einem der führenden Fintech-Unternehmen am Markt.

(Quelle: *scalable.capital)

Etwas weniger Umschichtung verspricht der Anbieter fintego mit seinem Managed Depot:

Standardisierte ETF-basierte Vermögensverwaltung. Fünf Anlagestrategien bilden unterschiedliche Anlegerbedürfnisse von defensiv "Ich wills defensiv" bis chancenorientiert "Ich will alles" ab und werden über ein ETF Musterportfolio gemanagt. Jedes Muster-Portfolio setzt sich aus ETFs zusammen, die Anleihen-, Aktien- oder Rohstoff-Indizes nachbilden. Die Gewichtung der einzelnen ETFs ist unterschiedlich: Je höher die Aktienquote ist, desto höher sind die Rendite-Chancen aber auch die Risiken der Vermögensanlage. Automatisches Rebalancing geschieht im Kundendepot, wenn die Ist-Gewichtung einzelner ETFs 15% von der Soll-Gewichtung abweicht.

Solche Umschichtungen bringen grundsätzlich nur dann etwas, wenn dadurch nachweislich Überrenditen geschaffen werden. Dafür müssen aber vor allem  Transaktionskosten und die Steuern erstmal verdient werden. Erst dann kann ein Outperform entstehen. Denn jeder Verkauf + Kauf an der Börse verursacht Kosten.

Die beiden oben genannten Anbieter sind lediglich Beispiele. Jedes Jahr entstehen viele neue Robo Advisors und Managed-Depot-Anbieter. Einen Überblick welche Anbieter es noch gibt, findet ihr hier.

4. Next Level ETFs

Was die Zukunft im ETF-Bereich bringen wird bleibt natürlich abzuwarten. Aktuell haben die ETF-Anbieter hierzulande immer noch mit Umstellungen ihrer Fonds gut zu tun. Zum einen hat die Steuerreform von Anfang 2018 dazu geführt, dass viele Anbieter ihre Fonds von thesaurierend auf ausschüttend umgestellt haben, da sich durch die neue Besteuerung von ETFs keine steuersparenden Zinseszins-Effekte mehr ergeben. Die Idee dahinter: Wenn Dividenden  sowieso besteuert werden müssen, dann sollten die Anleger selbst entscheiden können ob sie die Ausschüttungen re-investieren, in ein anderes Wertpapier stecken oder anderweitig nutzen. In der Zukunft sind aus Steuern-Sicht wohl leider noch weitere Änderungen zum Nachteil der Privatanleger zu erwarten. Eine Anhebung der Kapitalertragssteuer auf die Einkommenssteuer ist immer wieder im Gespräch, genauso wie eine Einführung einer Finanztransaktionssteuer oder einer Vermögenssteuer. Das ist wohl nur noch eine Frage der Zeit.

Ein anderer Veränderungsgrund ist zu einem richtigen Dauerbrenner geworden: Die Kostenquote (TER). Nahezu jedes Jahr unternehmen amerikanische ETF-Anbieter einen neuen Anlauf um im europäischen Markt Fuß zu fassen. Das versuchen sie vor allem durch niedrigere Gebühren. Bisher reagierten die europäischen ebenfalls mit Gebührensenkungen um die Angriffe abzuwehren. Klar ist, dass das nicht immer so weiter gehen kann. Bei Gebühren nahe der 0% ist eine Grenze. S&P 500-ETFs gibt es beispielsweise schon für 0,04%. Viel weniger ist da einfach nicht mehr drin. Abgesehen davon sind weitere Senkungen so gering, dass sich ein Wertpapierwechsel für die Anleger nicht mehr spürbar lohnt.

Weiterhin werden die Anbieter versuchen jede noch so unsinnige Anlagestrategie als ETF abzubilden. Smart-Beta-ETFs versprechen seit Jahren Überrenditen gegenüber die langweiligen Fonds, die ja nur einen simplen breiten Index abbilden. Solche Nischen-ETFs sind die Perversion der Indexfonds. Es gibt zu viele Fonds dieser Art. Die meisten von ihnen verfügen über wenig Kapital. Das macht sie teuer und anfällig für einen vorzeitigen Tod. Bekommt ein ETF nicht genug Kapital von den Anlegern, wird er schneller wieder abgewickelt als diese "Smart-Beta-Exchange-Traded-Funds" aussprechen können. Dabei ist Anlagen vor allem dann gut und richtig, wenn es total unspektakulär ist. Ein paar simple, kostengünstige, breit aufgestellte ETFs, that's it. Alle weiteren "Erfindungen" der Industrie sind vor allem dafür da um Anlegern mehr Geld aus der Tasche zu ziehen. Denn an Indexfonds/ETFs verdient die Finanzindustrie nicht viel. Doch der nächste Trend wird kommen...

(* Werbelink, zur Finanzierung dieser Website. Besuchern entsteht dadurch keine Nachteile.)

Unser Tipp: Bei Trade Republic* kannst Du alle 300 iShares-ETFs von 7:30 bis 23 Uhr für nur 1 € handeln und dauerhaft kostenlos besparen. Schon ab 25€ monatlich.

Bitte abonniere unseren kostenlosen ETF-Newsletter, um keine Posts zu verpassen. Kein Spam - versprochen!


Share Tweet Send
Lade...

Trade Republic Sparplan



Rechtliche Hinweise: Die in den Artikeln erwähnten ETFs und anderen Finanzprodukte stellen keine Kaufempfehlung dar. Wir können keine Finanzberatung oder ähnliches anbieten. Der Wert von Aktien, ETFs und ETCs, die über ein Wertpapierdepot gekauft wurden, kann sowohl steigen als auch fallen. Börsengeschäfte stellen ein erhebliches Risiko dar, die bis zum Totalverlust des eingesetzten Kapitals führen können. ETFs24 haftet nicht für materielle und/oder immaterielle Schäden, die durch Nutzung oder Nichtnutzung der Inhalte oder durch die Nutzung fehlerhafter und unvollständiger Inhalte verursacht wurden. Der Autor besitzt keinen der genannten ETFs. Keiner der Inhalte stellt ein Angebot zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren dar.


* Bezahlte Produktplatzierung zur Finanzierung dieser Website. Dir entstehen dadurch keinerlei Nachteile. Du unterstützt damit unsere Arbeit.


Du hast dich erfolgreich angemeldet bei ETFs24
Großartig! Als Nächstes füllen Sie die Kasse für den vollständigen Zugang zu ETFs24
Willkommen! Du hast dich erfolgreich angemeldet.
Erfolg! Ihr Konto ist vollständig aktiviert, Sie haben jetzt Zugang zu allen Inhalten.