Steuern reduzieren mit einer GmbH/UG beim ETF-Sparen

Steuern reduzieren mit einer GmbH/UG beim ETF-Sparen

Update: Offenbar funktioniert die niedrige Besteuerung nur noch, wenn die Gesellschaft mindestens 10% der Anteile hält. D. h. ein paar ETFs und ein paar Aktien im Depot reichen nicht aus, um von niedrigen Steuern zu profitieren. Es müssen mindestens 10% an einem Unternehmen gehalten werden. ETFs scheiden damit erst recht aus, denn 10% von jeder Aktien zu halten, die ein ETF abbildet, dürfte recht schwierig werden. Um vom günstigen Steuersatz (2,8%) profitieren zu können, ist also eine Holding notwendig (siehe Video).

Die meisten Menschen in Deutschland sparen privat. D.h. ihr Sparplan wird vom privaten Giro- oder Tagesgeldkonto abgebucht. Das Geld auf diesem Konto wurde mit der Einkommenssteuer versteuert. Spätere Gewinne bei ETFs oder Aktien (Dividende oder Wertpapierverkauf) werden mit der Kapitalertragsteuer, dem Solidaritätszuschlag und ggfs. der Kirchensteuer erneut versteuert. Mit einem Trick kann die Steuerlast deutlich reduziert werden. Wie das geht? Mit einer Kapitalgesellschaft wie einer UG oder einer GmbH.

Video: Holding gründen für steuerfreien Vermögensaufbau

Das Prinzip der Holding

Benötigt werden zwei Kapitalgesellschaft, wobei die eine als Muttergesellschaft bzw. Holding der anderen fungiert. Die Tochtergesellschaft führt ihre Börsengewinne an die Holding ab. Die Holding wiederum zahlt auf Dividenden nur einen Steuervorbehalt von 5% in Höhe der Körperschaftssteuer und Gewerbesteuer. Der effektive Steuersatz liegt bei ca. 0,75 bis 1,5%. Zur Erklärung: 5% von 15% Körperschaftssteuer + 5% von 5-15% Gewerbesteuer + Solidaritätsbeitrag. Die Gewerbesteuer unterscheidet sich je nach dem wo die Firma in Deutschland angesiedelt ist, denn er Hebesatz unterscheidet sich je nach Kommune. Fakt ist, dass 0,75% deutlich weniger sind als 25% Kapitalertragsteuer die eine Privatperson an das Finanzamt entrichten müsste.

GmbH oder UG?

Drei verschiedene Kapitalgesellschaften können in Deutschland gegründet werden: Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (GmbH), die Unternehmergesellschaft (UG) und ausländische Kapitalgesellschaften innerhalb der EU (Limited).

Theoretisch eignen sich beide Gesellschaftsformen für ein Holding-Konstrukt. Die UGs sind etwas angenehmer da sie theoretisch nur einen Euro Stammkapital benötigen. So wenig Stammkapital ist aber nicht zu empfehlen, da sonst bei jeder unerwarteten Rechnung eine Insolvenz angemeldet werden muss. Wer neben dem Aktien- und ETF-Sparen noch andere unternehmerische Aktivitäten plant oder bereits durchführt, der ist mit der GmbH wohl besser aufgehoben. Nicht zuletzt weil eine UG eine schlechtere Außenwirkung auf Kunden und Geschäftspartner hat.

Die Vor- und Nachteile einer Holding

Die Vorteile sollten bereits rübergekommen sein. Das Sparen mit ETFs oder Aktien über ein Holding-Konstrukt generiert deutlich weniger Steuern und es bleibt mehr Geld im Unternehmen.

Die Nachteile sind vor allem erstmal der Gründungsaufwand, das Stammkapital das hinterlegt werden muss und einige Nebenkosten (z. B. Notarkosten). Hinzu kommen einige Laufende Kosten (z. B. Steuerberater) und Bürokratie. Um die Publizitätspflicht kommt niemand herum. Der entstehende finanzielle und zeitliche Aufwand lohnt sich somit erst für größere Summen die angelegt werden sollen.

Haftungsausschluss

Für keine der hier genannten Informationen möchten wir an dieser Stelle eine Gewähr übernehmen. (Steuer-)Gesetze können sich praktisch jederzeit ändern. Um Fehler bei Firmen-Gründungen und damit potenziellen finanziellen Verlusten zu vermeiden, sollten Sie unbedingt Ihren Steuerberater konsultieren. Sollten Angaben in diesem Artikel überholt worden sein, würden wir uns über eine kurze Info freuen.

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