ETF kaufen: Auf diese Kriterien solltest Du achten

Suchst Du nach einer attraktiven Geldanlage mit einer guten Risikostreuung, kannst Du Anteile an einem ETF kaufen. Der ETF bildet einen Index nach und ist für verschiedene Anlageklassen verfügbar. Du musst den richtigen ETF auswählen und ein Depot bei einem Broker eröffnen.

ETF kaufen: Auf diese Kriterien solltest Du achten

Warum solltest Du Anteile an einem ETF kaufen?

ETF ist die Abkürzung für Exchange Traded Fund, also börsengehandelten Fonds. Der Kauf von ETF-Anteilen hat gleich mehrere Vorteile:

  • bessere Risikostreuung als beim Kauf von Einzelaktien, da ein kompletter Index nachgebildet wird
  • kostengünstig, da es sich nicht um aktiv gemanagte Investmentfonds handelt und Du keinen Ausgabeaufschlag bezahlen musst
  • für die langfristige Geldanlage geeignet
  • eignet sich auch für einen Sparplan für den langfristigen Vermögensaufbau mit geringen Einzahlungen
  • gute Renditeentwicklung möglich
  • Dividendenzahlungen möglich, ähnlich wie bei Aktien.

Welche dieser Vorteile Du genießen kannst, hängt davon ab, für welchen ETF Du Dich entscheidest. Abhängig vom ETF kann sich die Rendite unterschiedlich entwickeln. Es gibt ETFs, die langfristig eine hervorragende Renditeentwicklung zeigen, doch kann sich die Rendite abhängig von der politischen oder wirtschaftlichen Situation auch negativ entwickeln. Da ein ETF für die langfristige Geldanlage gewählt wird, kann sich eine negative Renditeentwicklung im Laufe der Zeit wieder ausgleichen.

ETFs haben noch einen anderen entscheidenden Vorteil: Sie werden als Sondervermögen behandelt. Möchtest Du Anteile an einem ETF kaufen, ist zwar nicht garantiert, ob Du das, was Du bezahlt hast, am Ende tatsächlich bekommst, doch bei einer Insolvenz des Emittenten ist das Geld der Anleger sicher. Die Investitionen der Anleger können nicht in die Insolvenzmasse des Emittenten einfließen.

Kosten beim Kauf von ETFs

Die Kosten sind beim Kauf von ETF-Anteilen nur gering. Wie hoch die Kosten sind, hängt vom gewählten ETF, vom Broker und von der Börse, an der Du handelst, ab. Einmal jährlich erhebt der Emittent eine Gesamtkostenquote (Total Expense Ratio, TER). Sie kann je nach ETF zwischen 0,07 bis 1,20 Prozent des Anlagevolumens liegen. Mit der Gesamtkostenquote deckt der Emittent seine Betriebskosten:

  • Verwaltungsgebühren für die Nachbildung des Indexes, beispielsweise für Wirtschaftsprüfung, Revision oder Portfolio-Management
  • Depotgebühren für die Hinterlegung der im ETF enthaltenen Wertpapiere
  • Lizenzgebühren für die Nachbildung des Indexes
  • Vertriebsgebühren, beispielsweise für die Erstellung von Fondsunterlagen und Broschüren.

Zusätzlich zur Gesamtkostenquote können noch weitere Kosten vom Emittenten erhoben werden. Dazu zählt eine Swap-Gebühr bei einem synthetisch replizierenden ETF für den Bezug der Index-Rendite. Der Emittent kann darüber hinaus Transaktionskosten auf Fondsebene erheben, wenn er sein Portfolio an den Index anpasst. Möchtest Du Anteile an einem ETF kaufen, musst Du beim Online-Broker ein Depot zur Hinterlegung Deiner Anteile eröffnen. In den meisten Fällen ist dieses Depot kostenlos.

Weiterhin wird eine Handelsplatzgebühr vom Online-Broker erhoben, die je nach Börse unterschiedlich hoch ist. Der Broker muss auf seiner Webseite über die Höhe der Handelsplatzgebühr bei den verschiedenen Handelsplätzen informieren.
Bei jedem Kauf oder Verkauf von ETF-Anteilen erhebt der Broker eine Ordergebühr. Sie unterscheidet sich je nach Broker und kann als fester Geldbetrag oder als Prozentsatz erhoben werden.

Um Kosten zu sparen, solltest Du vor der Eröffnung des Depots den Brokervergleich nutzen. Er bietet Dir einen Überblick über Depotgebühren und Ordergebühren bei den einzelnen Brokern. Weiterhin informiert er, wie viele ETFs bei den verschiedenen Brokern gehandelt werden können. Der Brokervergleich informiert auch über zeitlich begrenzte Aktionen bei den Brokern. Bei vielen Brokern kannst Du im Rahmen von Aktionen ETF-Anteile gegen eine vergünstigte Ordergebühr erwerben.

Kauf von ETF-Anteilen als Einmalanlage oder als Sparplan?

Anteile an einem ETF kaufen kannst Du als Einmalanlage oder mit einem Sparplan. Für eine Einmalanlage musst Du einen größeren Betrag anlegen, der je nach Broker unterschiedlich hoch ist. Wie viele Anteile Du bekommst, hängt von Deinem Anlagebetrag und vom aktuellen Kurs des ETFs ab.

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Mit einem Sparplan kannst Du Anteile an einem ETF kaufen und mit geringen Einzahlungen langfristig ein Vermögen aufbauen. Nicht alle ETFs sind sparplanfähig. Bei einem Sparplan benötigst Du ein Depot, genau wie bei der Einmalanlage. Du besparst Deinen Sparplan mit Sparraten, die immer gleich hoch sind. Bei einigen Brokern liegt die Mindestsparrate schon bei 25 Euro. Die Ordergebühr wird für jede Ausführung einer Sparrate erhoben. Einige Broker bieten im Rahmen von Aktionen kostenlose ETFs an, bei denen keine Gebühr für die Ausführung der Sparrate anfällt. Häufig ist die Ordergebühr bei einem Sparplan geringer als bei einer Einmalanlage. Für den Sparplan legst Du ein Sparintervall fest. Das kann je nach Broker monatlich, alle zwei Monate, quartalsweise oder halbjährlich gewählt werden. Der Sparplan-Vergleich hilft Dir bei der Wahl des Brokers. Er informiert über

  • Depotgebühren
  • Gebühren für die Ausführung der Sparraten
  • Mindest- und Höchstsparraten
  • mögliche Sparintervalle

bei den verschiedenen Brokern.
Zusätzlich solltest Du auf Flexibilität achten. Die Sparrate solltest Du abhängig von Deiner finanziellen Situation verändern oder aussetzen können. Auch eine Veränderung des Sparintervalls sollte möglich sein. Bei einigen Brokern kannst Du mit einem Sparplan sogar mehrere ETFs besparen. Der Sparplan ist jederzeit kündbar. Mit einem Sparplan profitierst Du vom Cost-Average-Effekt. Ist der ETF im Kurs niedrig, können für Deine Sparrate entsprechend viele Anteile erworben werden. Bei einem hohen Kurs werden weniger Anteile erworben.

Wichtige Kriterien für den Kauf von ETF-Anteilen

Wichtig ist die Wahl des geeigneten ETFs. Du solltest auf verschiedene Kriterien achten:

  • langfristige Entwicklung der Rendite
  • Gesamtkostenquote
  • Fondsvolumen, das mindestens bei 200 Millionen Euro liegen sollte, damit der ETF nicht aufgrund mangelnder Wirtschaftlichkeit liquidiert wird
  • Fondsalter, das für eine gute Vergleichsmöglichkeit mindestens bei fünf Jahren liegen sollte
  • Art der Ertragsverwendung ausschüttend oder thesaurierend
  • abgebildeter Index mit einer möglichst großen Zahl an Wertpapieren für eine breite Risikostreuung
  • Replikationsmethode physisch oder synthetisch.

Bei einem ausschüttenden ETF wird die Dividende an die Anleger ausgeschüttet. Abhängig vom ETF und vom nachgebildeten Index ist das einmal jährlich, halbjährlich oder sogar quartalsweise möglich. Bei ETFs auf US-amerikanische Indizes kann die Auszahlung quartalsweise erfolgen. Bei einem thesaurierenden ETF profitierst Du vom Zinseszins-Effekt, da die Dividende in Fondsvermögen reinvestiert wird.

Physisch replizierende ETFs erwerben die Wertpapiere direkt. Das ist vollständig oder durch optimiertes Sampling möglich. Bei einem optimierten Sampling werden die liquidesten Wertpapiere erworben. Repliziert der ETF synthetisch, werden die Wertpapiere nicht direkt erworben. Der Emittent geht ein Tauschgeschäft mit einem Geldinstitut ein. Er zahlt eine Swap-Gebühr und erhält dafür eine Indexrendite.

Die Wahl der Anlageklasse

Möchtest Du einen ETF kaufen, kannst Du verschiedene Anlageklassen wählen. Abhängig davon, ob Du bereit bist, für eine mögliche hohe Rendite ein höheres Risiko einzugehen, wählst Du die Anlageklasse. Die meisten ETFs werden auf Aktienindizes wie den DAX, den S&P500 oder den MSCI World angeboten. Sie entwickeln sich wie der abgebildete Index und sind je nach Index mehr oder weniger volatil. Eine höhere Sicherheit ist bei Anleihen-ETFs gewährleistet, jedoch fällt die Rendite geringer aus. Solche ETFs investieren in Staats- oder Unternehmensanleihen. Weitere Assetklassen die von ETFs abgebildet werden:

  • Rohstoff-ETFs investieren in einen Korb verschiedener Rohstoffe und sind meistens risikoreich.
  • Immobilien-ETFs können eine gute Rendite versprechen. Dabei investierst Du in Unternehmen, die mit der Bewirtschaftung und der Vermarktung von Immobilien beschäftigt sind.
  • Geldmarkt-ETFs sind selten. Sie sind zwar sicher, doch fällt die Rendite äußerst gering und teilweise sogar negativ aus.
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Fazit: Kauf von ETFs ist mit vielen Überlegungen verbunden

Anteile an einem ETF kaufen kannst Du mit einer Einmalzahlung oder mit einem Sparplan. Du solltest beim Kauf des ETFs auf die Gesamtkostenquote, das Fondsvolumen, das Alter des Fonds und auf den abgebildeten Index achten. Wichtig ist auch die Renditeentwicklung. ETFs sind preiswert, da sie nicht aktiv gemanagt werden, und stehen für verschiedene Anlageklassen zur Auswahl.

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